44 Oliver Twiſt.
ſich ängſtlich und unruhig umſah, wie ſie es immer ge⸗ than, ſeit ſie geſprochen hatte, denn ſie glaubte immer, Sikes vor ſich zu ſehen.»Und mehr noch. Als er von Ihnen und der andern Dame ſprach und ſagte, der Him⸗ mel oder die Hölle ſcheine es ſo gefügt zu haben, daß Oliver gerade zu Ihnen habe kommen müſſen, lachte er und meinte, auch das wäre ein Troſt für ihn, denn wie viele Tauſende und Hunderttauſende von Thalern wür⸗ den Sie gern darum geben, wenn Sie wüßten, was er von Ihrer Familie kenne.«
»Sie meinen doch nicht,« entgegnete Roſa, die ganz blaß wurde,»daß er dies im Ernſt ſagte?«
»Er ſprach in vollem bittern Ernſte,« erwiederte das Mädchen kopfſchüttelnd.»Er iſt ein ſehr ernſter Mann, wenn ſein Haß erregt wird. Ich kenne Viele, die wohl Schlimmeres thun, aber ich wollte ſie lieber zehnmal behorchen als Monks einmal.„Es wird aber ſpät und ich muß nach Hauſe zurück, um keinen Argwohn zu erre⸗ gen, daß ich einen ſolchen Schritt gethan habe. Ich muß ſchnell zurückkehren.«
»Aber was kann ich thun?« fragte Roſa.»Was kann mir dieſe Mittheilung ohne Sie nützen? Zurück? Warum wünſchen Sie zu den Gefährten zurückzukehren, die Sie mit ſo ſchrecklichen Farben ſchildern? Wenn Sie dieſe Mittheilung einem Herrn wiederholen wollen, den ich ſogleich aus dem nächſten Zimmer herrufen könnte, würde er Sie gern an einen ſichern Ort bringen laſſen.«
»Ich wünſche zurückzukehren,« antwortete das Mäd⸗ chen;»ich muß zurückkehren, weil— doch wie kann ich
ſolche Dinge einer unſchuldigen Dame ſagen, wie Sie ſind?— weil unter den Männern, von denen ich Ihnen erzählte, einer, der verzweifeltſte von allen, iſt, den ich nicht verlaſſen kann,— nein, ſelbſt nicht, wenn ich aus


