Teil eines Werkes 
3. Th. (1839)
Entstehung
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Oliver Twiſt. 39

über,»was denn die vornehme Dame dächte,« und die vierte ſtimmte zu erſt ein Quartett vonſchändlich! an, mit welchem die keuſchen Dianen ſchloſſen.

Ohne dies zu beachten ſie hatte wichtigere Dinge im Kopfe folgte Aennchen dem Manne mit zitternden Gliedern in ein kleines Vorzimmer, das durch eine von der Decke herabhängende Lampe erleuchtet wurde und in welchem ſie warten mußte..

Das Mädchen hatte ihr Leben auf den Straßen und in den niedrigſten Höhlen des Elendes und Verbrechens in London verbracht, aber doch war etwas von der eigentlichen weiblichen Natur in ihr übrig geblieben, und als ſie einen leichten Tritt an der Thür gegenüber hörte und an den großen Abſtand dachte, den dieſes kleine Zimmer in dem nächſten Augenblicke ſehen würde, fühlte ſie ſich von der Laſt ihrer eigenen Schande tief nieder⸗ gedrückt und glaubte, vor der, mit welcher ſie zu ſpre⸗ chen verlangt hatte, die Augen kaum aufſchlagen zu können.

Aber gegen dieſe edlern Gefühle lehnte ſich der Stolz auf, der Stolz, das Laſter ſowohl der niedrigſten und verworfenſten Geſchöpfe wie der hochgeſtellten und beſten. Die beklagenswerthe Genoffin von Dieben und Böſewichtern, die gefallene Verſtoßene, die Bewohnerin von Diebeshöhlen, die Gefährtin des Auswurfs der Ge⸗ fängniſſe, die ſelbſt im Schatten des Galgens lebte, ſelbſt dieſes ſo tief geſunkene Geſchöpf war zu ſtolz, um den geringſten Schein des weiblichen Gefühles kund zu ge⸗ ben, das ſie für Schwäche hielt und das ſie doch allein noch mit der Menſchlichkeit verband, deren äußerliche Spuren ſchon in der Kindheit durch ihr verderbliches Le⸗ ben verwiſcht worden waren.

Sie erhob die Augen ſo weit, um zu bemerken, daß