Teil eines Werkes 
3. Th. (1839)
Entstehung
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Oliver Twiſt. 35

Eindruck auf Sikes zu machen, als der fieberiſche, ſtarre Blick, der ihm vorausging.

Ich will dir's ſagen, was es iſt,« fuhr Sikes fort, »wenn du das Fieber nicht bekommſt, ſo iſt etwas noch Schlimmeres im Anzuge. Du ſollſt nicht wieder auf den Straßen umherlaufen,»nein, du darſſt es nicht.«

»Was ſoll ich nicht?«

»Es giebt,« ſagte Sikes, ſie unverwandt anblickend, vor ſich hin,»es giebt kein braveres Mädchen, ſonſt hätte ich ihr ſchon vor einem Vierteljahre die Kehle ab⸗ geſchnitten. Sie hat ſich das Fieber geholt.«

Darauf leerte Sikes das Glas in einem Zuge aus und verlangte ſodann unter vielen Flüchen nach ſeiner Medicin. Das Mädchen ſprang ſchnell auf, goß ſie, aber mit dem Geſichte von ihm abgewandt, ein und hielt ihm den Löffel an den Mund.

»Nun,« ſagte der Räuber,»komm', ſetze dich zu mir und zeige mir Dein gewöhnliches Geſicht, ſonſt werde ich Dir's ſo verändern, daß du es nicht wieder erkennen ſollſt.«

Das Mädchen gehorchte und Sikes, der ſie bei der Hand hielt, ſank, ihr in das Geſicht blickend, auf das Kiſſen zurück. Seine Augen ſchloſſen ſich und öffneten ſich wieder, fielen von neuem zu und öffneten ſich wieder; er warf ſich ruhelos hin und her, und nachdem er noch zwei bis drei Minuten etwas geſchlummert hatte und dann erſchrocken aufgefahren war, verfiel er ganz plötz⸗ lich, als er ſich eben aufrichten wollte, in einen tiefen feſten Schlaf. Seine Hand ließ los; der erhobene Arm fiel matt nieder und er lag völlig bewußtlos da.

»Das Opium hat endlich gewirkt,« murmelte das Mädchen, während ſie aufſtand;»vielleicht iſt es aber

doch ſchon zu ſpät.