34 Oliver Twiſt.
mit ſich ſelbſt entſchließen konnte, würde ſeinem luchs⸗ äugigen Freunde, den Juden Fagin, nicht entgangen ſein; Sikes aber, dem dieſer ſcharfe geiſtige Blick ab⸗ ging und der überdies, wie bereits bemerkt, in ganz vorzüglich guter Laune war, ſah nichts Ungewöhnliches an ihr, und kümmerte ſich auch ſo wenig um ſie, daß ſein Argwohn höchſt wahrſcheinlich auch nicht würde erregt worden ſein, wenn ſie noch unruhiger geweſen wäre. Als es zu dunkeln anfing, ſteigerte ſich die Unruhe
lag eine ungewöhnliche Bläſſe auf ihren Wangen und funkelte wie Feuer in ihren Augen, daß es ſelbſt Sikes mit Verwunderung bemerkte.
Sikes, der noch ſchwach vom Fieber war, lag im Bett, trank warmes Waſſer zu ſeinem Branntwein, um
ihn weniger hitzig zu machen, und hatte Aennchen das ¹ Glas hingeſchoben, damit ſie daſſelbe zum dritten oder 3 vierten Male fülle, als ihm dieſes ihr Ausſehen auffiel. 3
»Gott verdamm' mich!« rief er, indem er ſich auf den Händen aufrichtete und das Mädchen anſtierte,»du ſiehſt aus wie eine lebendig gewordene Leiche. Was haſt du?« „»Nichts,« antwortete das Mädchen.»Warum ſtierſt Du mich ſo an?« „»Was iſt es 2⸗ fragte Sikes, indem er ſie am Arme faßte und ſie heftig ſchüttelte.»Was bedeutet das? Woran denkſt du?«* „An mancherlei,« antwortete das Mädchen ſchaudernd, während ſie ihre Hände auf die Augen drückte.»Was iſt denn das weiter?« Der Ton erzwungener Heiterkeit, in welchem die letzten Worte geſprochen wurden, ſchien einen tiefern


