Teil eines Werkes 
3. Th. (1839)
Entstehung
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30 Oliver Twiſt.

nichts beſonders Auffallendes lag, da es ſehr viele junge Leute giebt, die einen weit höhern Preis als Chitling zahlen, um in guter Geſellſchaft geſehen zu wer⸗ den, und ſehr viele feine Herren(welche die eben genannte gute Geſellſchaft ausmachen), die ihren Ruf ganz auf den⸗ ſelben Fuß begründen als der ſtutzerhafte Tobias Crackit.

»Nun,« ſagte der Jude, als ſie fort waren,»will ich gehen und Dir das Geld holen, Aennchen. Das iſt der Schlüſſel zu einem Schränkchen, wo ich die allerhand Dinge aufbewahre, welche die Jungen nach Hauſe brin⸗ gen. Ich ſchließe mein Geld nie ein, weil ich keines zum Einſchließen habe, ha! ha! ha! keines zum Ein⸗ ſchließen habe. Es iſt ein ärmliches Geſchäft, Aennchen, und man hat keinen Dank davon, aber ich habe nun einmal gern junge Leute um mich und helfe mir küm⸗ merlich durch die Welt. Still!« rief er und verbarg ſchnell den Schlüſſel in ſeinem Buſen;»wer iſt das? Horch!«

Dem Mädchen, welches mit übereinander geſchlage⸗ nen Armen am Tiſche ſaß, ſchien die Ankunft ganz gleich⸗ gültig zu ſein, bis ſie den Ton der Stimme eines Man⸗ nes vernahm. Da riß ſie blitzſchnell ihren Hut und ihr Tuch ab und ſchob ſie unter den Tiſch. Als der Jude ſich unmittelbar darauf umdrehete, beklagte ſie ſich matt

über die Hitze, was aber zu der Unruhe und der Haſt in ihrem ganzen Weſen gar nicht paßte, ob es gleich von dem Juden nicht bemerkt wurde.

»Ah!« flüſterte der Jude;»es iſt der Mann, den ich vorher erwartete; er kommt die Treppe herunter. Kein Wort von dem Gelde, ſo lange er da iſt, Aennchen!

Er wird nicht lange bleiben, nicht zehn Minuten.« Damit legte er ſeinen dürren Zeigefinger auf die Lippe, ging mit einem Lichte nach der Thür, vor wel⸗