Oliver Twiſt.
» Ueber die Mutter des Knaben, den Sie nannten,« antwortete die Frau, ehe er noch ganz geendet hatte. „»Ig.«
»Die erſte Frage iſt, welches Geſtändniß hat ſie Ihnen gemacht?« fragte Monks.
»Das iſt die zweite,« entgegnete die Frau ſehr be⸗ dächtig;»die erſte iſt, was iſt die Mittheilung werth?«
»Wer zum Teufel kann das ſagen, wenn man ſie nicht kennt?« erwiederte Monks.
»Niemand beſſer, als Sie,« antwortete Madame Bumble, der es nicht an Geiſt fehlte, wie ihr Genoſſe im Joche bezeugen konnte.
»Hm!“ meinte Monks ausdrucksvoll und mit einem forſchenden Blicke, ves kann Geldeswerth dadurch erlangt werden, he?«
»Vielleicht,« lautete die ruhige Antwort.
»Es wurde etwas von ihr genommen— 2« fragte Monks begierig;»etwas, das ſie an ſich trug, etwas, das—«
»Ich habe genug gehört,« fiel Madame Bumble ein,»um überzeugt zu ſein, daß Sie der Mann ſind, mit dem ich zu ſprechen habe.«
Bumble, dem ſeine beſſere Hälfte nicht mehr von dem Geheimniſſe mitgetheilt hatte, als er gleich im An⸗ fange davon kannte, horchte auf dieſes Zweigeſpräch mit langgeſtrecktem Halſe und weit aufgeriſſenen Augen, die er mit unverhohlener Verwunderung abwechſelnd auf ſeine Frau und auf Monks richtete. Seine Verwunde⸗ rung wuchs wo möglich noch mehr, als der Letztere fragte, welche Summe ſie für die Mittheilung des Ge⸗ heimniſſes fordere.
»Wie viel iſt Ihnen dieſelbe werth?« fragte die Frau ſo ruhig als vorher.
— 3


