184 Oliver Twiſt.
»Was geht das Dich an?« fragte die Frau wieder.
„Es iſt freilich wahr, daß Du hier zu befehlen haſt, liebe Frau,« entgegnete Herr Bumble ſchüchtern,»aber ich glaubte, Du wäreſt nicht da.⸗
»Wir brauchen Dich gar nicht hier,« fuhr ſeine Ehe⸗
Aſe fort,»aber Du ſteckſt Deine Naſe in Alles, was
ich nichts angeht, und machſt Dich vor allen Leuten lächerlich. Geh', daß Du fortkommſt.«
Bumble, dem es in den Fingern juckte, als er ſah, wie die Waſchweiber unter einander über ihn lachten, wagte einen Augenblick zu zögern. Die Frau Bumble aber, deren Geduld ſehr bald zu Ende ging, nahm einen Topf voll Seifenbrühe, wies nach der Thür und befahl ihm, augenblicklich zu gehen, wenn er den Inhalt des Topfes nicht in das Geſicht erhalten wolle.
Was konnte Bumble thun? Er drehte ſich ſogleich
um und ging von dannen; aber als er die Thür erreichte, 4 brach das Kichern der Waſchweiber in ein unwiderſtehli⸗
ches Gelächter aus. Das fehlte noch. Er war in ihren Au⸗ 4 gen beſchimpft; er hatte ſelbſt vor den Armen ſein Anſe⸗ hen verloren, er war von der Höhe und dem Glanze des
Büttels tief, tief zu einem höchſt armſeligen Pantoffel⸗ mann herabgeſunken. »Und das Alles in zwei Monaten!« murmelte er. »Vor zwei Monaten,— ja, noch vor zwei Monaten war ich nicht bloß mein eigener Herr, ſondern der Herr
Aller, was das ſtädtiſche Armenhaus betrifft, und nun, nun!—«
3 Es war zu viel. Herr Bumble gab dem aben,
der das Thor für ihn aufmachte, eine Dhrfeige und trat zwecklos auf die Straße,


