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Oliver Twiſt. 183 und zum erſten Male daran gedacht hatte, daß die Ar⸗ mengeſetze doch wirklich mit den Armen zu hart verfüh⸗ ren, und daß nicht die Männer, welche von ihren Wei⸗
bern gingen und die Erhaltung derſelben der Gemeinde
überließen, eigentlich gar keine Strafe, ſondern vielmehr Belohnung verdienten, weil ſie viel gelitten, kam er an das Waſchhaus, wo mehrere arme Frauen die Hauswäſche wuſchen, und dabei ihre Zungen und Lungen nicht min⸗ der als ihre Hände anſtrengten.
„Hml«e ſagte Bumble, indem er die ganze ihm ange⸗ borne Würde zuſammennahm.»Dieſe Weiber wenigſtens ſollen das Recht achten. Heda! Was ſoll das Lärmen, ihr alten Hexen?«
Damit machte Herr Bumble die Thür auf und trat mit zorniger Geberde hinein, aber dieſe änderte ſich faſt augenblicklich in eine ganz demüthige Miene um, als ſeine Augen unerwarteter Weiſe ſeine geliebte Ehehälfte er⸗ blickten..
„»Liebe Fran,« ſagte er,»ich wußte nicht, daß Du hier biſt.«
»Du wußteſt nicht, daß ich hier bin!« wiederholte die Frau.»Was haſt Du hier zu ſuchen?«
»Ich meinte, die Weiber ſchwatzten zu viel, und ver⸗ nachläſſigten die Arbeit darüber,« antwortete Bumble, indem er nach einigen alten Weibern ſchielte, die an dem Waſchfaſſe ſtanden und ſich höchlich über das Pantoffel⸗
geſicht des Herrn Hausverwalters verwunderten.
»Du meinteſt, ſie ſchwatzten zu viel?« wiederholte die Frau.»Was geht das Dich an?«
»Nun, liebe Frau—« wollte ſich Hen Bumble zu bemerken erlauben.


