Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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180 Oliver Twiſt. »Ich werde hier ſitzen, ſo lange es mir gefällt, Frau,⸗

antwortete Bumble,»und obgleich ich nicht ſchnarchte, ſo werde ich doch ſchnarchen, gähnen, nieſen, lachen oder wei⸗ nen, wie mir es eben einfällt, denn ich habe das Recht dazu.

»Ein Recht!« bemerkte Frau Bumble mit unaus⸗ ſprechlichem Hohne. 5

»So ſagte ich, Frau,« entgegnete Bumble.»Der Mann hat das Recht zu befehlen.«

»Und welches Recht hat denn die Frau?« rief die Wittwe des ſeligen Corney.

»Zu gehorchen hat ſie,« donnerte Bumble.»Das hätte

Dich ſchon Dein verſtorbener, unglücklicher Mann lehren ſollen, und dann lebte er vielleicht noch. Ach, ich wünſchte ſehr, er lebte noch, der arme Mann!«

Frau Bumble, die mit einem Blicke erkannte, daß der große Augenblick gekommen ſei, und ein Kampf um die Herrſchaft auf der einen oder andern Seite nothwendig der letzte und entſcheidende ſein müſſe, hatte kaum dieſe Erwähnung des Todten und Abgeſchiedenen vernommen, als ſie auf einen Stuhl ſank und mit einem lauten Schrei⸗

daß Bumble ein roher hartherziger Mann ſei, alle ihre

Thränenſchleuſen aufzog.

Aber Thränen drangen nicht zu Bumble's Seele! ſein Herz war waſſerdicht. Gleich waſchbaren Caſtorhüten, die im Regen immer beſſer werden, wurden ſeine Nerven durch Thränengüſſe geſtärkt und gekräftigt, die als Zeichen

der Schwäche und inſofern als ſtillſchweigende Anerken⸗

nung ſeiner Macht, ihm wohlgefielen und ihn aufrichte⸗ ten. Er ſah ſeine Frau mit einer Miene inniger Zufrie⸗ denheit an, und erſuchte ſie mit den ermuthigendſten Worten, ſie möge weinen, ſo viel in ihren Kräften ſtehe,

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