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Oliver Twiſt. 171
»Noch ein Wort, Roſa,« ſagte Heinrich.»Deinen Grund mit Deinen eigenen Worten! Laß mich ihn von Deinen eigenen Lippen hören.«
„»Deine Ausſichten,« antwortete Roſa feſt,»ſind glänzend; alle Ehre, welche große Talente und einfluß⸗ reiche Verwandte dem Manne im öffentlichen Leben er⸗ werben können, erwarten Dich. Aber dieſe Verwand⸗ ten ſind ſtolz, und ich will weder unter die treten, welche die Mutter verachten, die mir das Leben gab, noch Mißlingen und Ungnade dem Sohne derjenigen bringen, welche die Stelle jener Mutter ſo wohl vertrat. Mit einem Worte,« ſagte das Mädchen, und wendete ſich ab, denn ihre Feſtigkeit verließ ſie,»es liegt ein Flecken auf meinem Namen, den die Welt auch den Unſchuldi⸗ gen entgelten läßt; ich will ihn auf kein anderes Blut übertragen, und der Vorwurf ſoll auf mir allein ruhen.«
»Noch ein Wort, Roſa,— liebe Roſa,« ſagte Heinrich, und ſank vor ihr auf die Kniee.„»Wenn ich minder glücklich,— was die Welt glücklich nennt,— wenn ich minder glücklich, wenn ein unbekanntes ruhiges Leben mein Schickſal, wenn ich arm, krank, hülflos waͤre,— würdeſt Du Dich dann von mir abgewendet haben? oder hat meine Hoffnung auf Reichthum und Ehre dieſes Bedenken hervorgerufen?«
»Dränge mich nicht zu einer Antwort,« erwiederte Roſa.»Die Frage liegt nicht vor und wird nie vor⸗ liegen. Es iſt unfreundlich, jetzt Antwort darauf ha⸗ ben zu wollen.«
„Iſt Deine Antwort ſo, wie ich es faſt zu hoffen wage,« entgegnete Heinrich,»ſo wird ſie einen Strahl von Glück auf meinen öden Pfad durchs Leben werfen. Es iſt nichts Geringes, durch ſo wenige Worte für einen, der Dich über alles liebt, ſo viel zu thun. Ach,


