170 Oliver Twiſt.
Flecken haftet, der Welt nicht Urſache zu dem Glauben gebe, ich habe eigennützig Deiner erſten Neigung nach⸗ gegeben und mich hemmend an alle Deine Hoffnungen und Pläne gehangen. Ich bin es Dir und den Deini⸗ gen ſchuldig, Dich abzuhalten in der Wärme Deines Edelſinnes, dieſes große Hinderniß in Deine Laufbahn, in der Welt zu legena.
»Wenn Deine Neigungen übereinſtimmen—«
»Nein,« erwiederte Roſa, ho⸗ herröthend.
» So erwiederſt Du meine Liebe?« ſprach Heinrich. »Sprich nur dieſes aus, Roſa, ſprich nur dieſes aus, und mildere die Bitterkeit dieſer herben Täuſchung.«
»Wenn ich es dürfte, ohne ihm, den ich liebe, ſchwe⸗ res Unrecht zu thun,« entgegnete Roſa,„ſo würde ich—«
»Dieſe Erklärung anders aufgenommen haben?« fragte Heinrich raſch.„ Verbirg mir wenigſtens dieſes nicht, Roſa.« »Ja,« ſprach Roſa;„doch genug,« fuhr ſie fort, indem ſie ihm ihre Hand entzog,»warum dieſes Ge⸗ ſpräch verlängern, das mir ſo peinlich iſt und doch ſo ſüßes Glück gewährt, denn Glück iſt es für mich, zu wiſſen, daß ich einmal die hohe Stelle in Deiner Ach⸗ tung einnahm, die Du mir anweiſeſt, und jeder Sieg, den Du im Leben gewinnſt, wird mich mit neuer Kraft und Feſtigkeit waffnen. Lebe wohl, Heinrich, denn wie wir einander heute gegenüberſtanden, werden wir nie wieder beiſammen ſein; in allen anderen Verhältniſſen als denen, in welche uns dieſes Geſpräch gebracht ha⸗ ben würde, laß uns lange und glücklich⸗verbunden ſein, und möge nun jeder Segen, den das Gebet eines treuen Herzens von dort, wo alles Treue und Wahrheit iſt, herabrufen kann, Dir folgen und Dich beglücken!«
it Deinem Pflichtgefühle


