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Oliver Twiſt. 169
derjahren zwiſchen uns geſchloſſen worden iſt. Dieſe Zeit iſt nicht gekommen, aber hier, ohne Ruhm und ohne die Verwirklichung meiner Jugendträume, biete ich Dir das Herz, das ſo lange ſchon Dir gehörte, und ſetze mein Alles auf die Worte, mit denen Du mein Anerbieten empfangen wirſt.«
»Du biſt ſtets edel und freundlich gegen mich gewe⸗ ſen,« antwortete Roſa, die ihre tiefe Erſchütterung zu bemeiſtern ſuchte.»Wenn Du glaubſt, daß ich nicht gefühllos und undankbar bin, ſo höre meine Antwort.⸗
»Soll ich Dich zu verdienen ſuchen, theure Roſa?«
»Du ſollſt mich zu vergeſſen ſuchen,« antwortete Roſa,»nicht als Deine liebe Geſpielin und Freundin, denn das würde mich tief verletzen, aber als den Ge⸗ genſtand Deiner Liebe. Blicke in die Welt hinaus und bedenke, wie viele Herzen ſie zählt, die zu erwerben auch ein Stolz für Dich ſein würde. Vertraue mir eine andere Liebe an, wenn Du es willſt, und ich will Deine treueſte, wärmſte Freundin ſein..
Es folgte eine Pauſe, in welcher Roſa, die ihr Ge⸗ ſicht mit einer Hand bedeckte, ihren Thränen freien Lauf ließ. Die andere Hand hielt Heinrich noch in der ſei⸗ nigen.
»Und Deine Gründe, Roſa?« fragte er endlich leiſe; „»Deine Gründe für dieſe Entſcheidung? Darf ich nach denſelben fragen?« 3 4
„»Du haſt ein Recht, ſie zu kennen,« entgegnete ſie. »Was Du auch ſagen magſt, nichts kann meinen Ent⸗ ſchluß ändern. Es iſt eine Pflicht, die ich erfüllen muß. Ich bin es ſowohl Andern als mir ſelbſt ſchuldig.«
»Dir ſelbſt?«
»Ja, Heinrich, ich bin es mir ſchuldig, daß ich, ein freundeloſes, armes Mädchen, auf deren Namen ein


