Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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Oliver Twiſt. 167

neuerlichen Krankheit ſein. Sie verbeugte ſich bloß, neigte ſich über einige Blumen, die in der Nähe ſtanden, und wartete ſchweigend, daß er fortfahre.

Ich ich hätte es dabei bewenden laſſen ſollen,« ſprach Heinrich.

»Das ſollteſt Du allerdings,« ermſederle Roſa.»Ver⸗ zeihe mir, daß ich ſo ſpreche, ich wünſche aber wirklich, Du hätteſt es gethan.

»Ich wurde dur h die ſchrecklichſte Beſorgniß hierher geführt,« fuhr der junge Mann fort,»durch die Beſorg⸗ niß, das einzige theure Weſen zu verlieren, das alle meine Hoffnungen und Wünſche umfaßt. Du warſt dem Tode nahe, ſchwebteſt zwiſchen Erde und Himmel. Wir wiſſen, daß, wenn die Jungen, Schönen, Guten von Krankheit befallen werden, ihr reiner Geiſt ſich unmerk⸗ bar nach ſeiner herrlichen Heimath ewiger Ruhe wendet, und daher kommt es, daß die beſten und ſchönſten Men⸗ ſchen ſo oft in ihrer Blüthe von der Erde ſcheiden. 8

Es traten Thränen in die Augen des lieben Mäd⸗ chens, als Heinrich dieſe Worte ſprach, und eine fiel auf die Blumen, über welche ſie ſich beugte, blitzte in dem Kelche derſelben und verſchönerte ſie.

»Ein Engel,« fuhr der junge Mann leidenſchaftlich fort, vein Geſchöpf ſo ſchön und ſchuldlos als einer der Engel Gottes, ſchwebte zwiſchen Leben und Tod. Ach, wer konnte hoffen, als die ferne Welt, der er angehört, ſich ſeinen Blicken dämmernd zeigte, daß er zu den Sor⸗ gen und der Noth der Unſtigen zurückkehren würde! Roſa, Roſa, zu wiſſen, daß Du hinſchwindeſt, wie ein flüchtiger Schatten, den ein Licht von oben auf die Erde wirft, keine Hoffnung zu haben, daß Du für die er⸗ halten werden würdeſt, die hier wandeln, und keinen Grund zu kennen, warum Du zögern ſollteſt, zu füh⸗