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Oliver Twiſt. 165
Oliver.»Wir ſahen einander feſt an und ich könnte es beſchwören, daß er es war.«
»Sie nahmen dieſen Weg?« fragte Heinrich;»weißt Du das gewiß?«
»So gewiß, wie die Männer an dem Fenſter waren,“
zerwiederte Oliver, und zeigte nach der Hecke, welche den
Hausgarten von der Wieſe ſchied.»Der große Mann
ſprang hier an dieſer Stelle darüber; der Iunde lief einige
Schritte rechts und kroch durch das Loch da.«
Die beiden Herren beobachteten Olivers ernſtes Ge⸗ ſicht, während er ſprach, ſahen dann einander an, und ſchienen ſeinen Worten Glauben zu ſchenken. Aber nach
keiner Richtung hin ſah oder hörte man Leute fliehen.
Das Gras war lang, aber nirgends niedergetreten als da, wo die Verfolger ſelbſt hindurch gingen. Die Sei⸗ ten des Grabens waren von feuchtem Lehm, aber nir⸗ gends konnten ſie eine friſche Fußtapfe erkennen.
„Es iſt ſonderbar!« ſagte Heinrich.
»Sonderbar?« wiederholte der Doktor.»Selbſt Bla⸗ thers und Duff würden nichts herausbekommen.⸗
Trotz der offenbaren Nutzloſigkeit ihrer Nachforſchung ließen ſie nicht ab, bis die Nähe der Nacht jede weitere Verfolgung hoffnungslos machte; aber ſelbſt da gaben ſie dieſelbe ungern auf. Giles wurde in die verſchiedenen Bierhäuſer in dem Dorfe geſchickt mit einer genauen Be⸗ ſchreibung des Ausſehens und der Kleidung der beiden Fremden; des Juden würde man ſich übrigens außerdem gewiß erinnert haben, hätte er irgendwo getrunken oder ſich umhergetrieben,— aber er kam ohne eine Nachricht zurück, welche das Geheimniß hätte aufhellen können.
Am nächſten Tage wurden weitere Nachforſchungen angeſtellt und die Verhöre erneuert, aber ohne beſſern Erfolg. Am folgenden Morgen reiſeten Herr Maylie


