Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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Oliver Twiſt. 153

Wagen nahm. Als dies geſchehen war, fuhr der Po⸗ ſtillon weiter, und Giles, Herr Maylie und Oliver gin⸗ gen langſam nach.

Auf dem Wege ſah Oliver von Zeit zu Zeit mit Neu⸗ gier und Theilnahme den Fremden an. Er ſchien etwa fünfundzwanzig Jahre zu zählen und war von mittlerer Größe, ſein Geſicht ſchön und offen, ſein ganzes Weſen ungezwungen und einnehmend. Trotz der Verſchiedenheit zwiſchen Jugend und Alter glich er der alten Dame zu ſehr, daß Oliver eine Verwandtſchaft zwiſchen Beiden leicht errathen haben würde, hätte jener die Dame auch nicht bereits ſeine Mutter genannt.

Madame Maylie ſtand an der Thür und erwartete ihren Sohn, und das Wiederſehen war rührend.

»Ach, Mutter,« flüſterte der junge Mann,»warum ſchriebſt Du mir nicht früher?«

»Ich ſchrieb,« antwortete Madame Maylie,»behielt

aber nach reiflicher Ueberlegung den Brief zurück, bis ich Losberne's Meinung gehört hatte.« »Aber warum,« fuhr der junge Mann fort,»warum der Möglichkeit deſſen, was beinahe geſchah, Raum laſ⸗ ſen? Wäre Roſa, ich kann das Wort jetzt nicht ausſprechen, hätte die Krankheit ein anderes Ende genommen, wie hätteſt Du Dir ſelbſt verzeihen, wie hätte ich wieder glücklich ſein können?«

»Wäre dies geſchehen, Heinrich,« antwortete Ma⸗ dame Maylie,»ſo. würde Dein Glück, fürchte ich, wirk⸗ lich geſtört geweſen ſein, und auf einen oder zwei Tage

äüher oder ſpäter wäre es dann bei Deiner Ankunft nicht angekommen.

Wer würde ſich wundern, Mutter, wenn es ſo wäre? Ja, warum ſage ich nur wenn? Es iſt, es iſt, Du weißt es, Mutter, Du mußt es wiſſen.«