Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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Oliver Twiſt. 151

bekannt zu ſein ſchien, obgleich der Blick ſo flüchtig war, daß er die Perſon nicht zu erkennen vermochte. In der nächſten Minute fuhr die Nachtmütze aus dem Wagen⸗ fenſter heraus und eine Stentorſtimme rief dem Poſtil⸗ lon zu, anzuhalten, was dieſer that, ſobald er die Pferde zum Stehen bringen konnte. Darauf erſchien dieſelbe Nachtmütze wieder und dieſelbe Stimme rief Oliver beim Namen.

»Oliver, wie ſteht's? Fräulein Roſa Oliver.«

»Sind Sie es, Herr Giles?« erwiederte Oliver und

lief an den Wagenſchlag. Giles ſteckte die Nachtmütze nochmals heraus, ehe er antwortete, wurde aber plötzlich von einem jungen Herrn zurückgezogen, der in der andern Ecke des Wagens ſaß und ängſtlich fragte, wie es gehe.

»Mit einem Worte,« ſagte der junge Herr, v»beſſer oder ſchlechter?«

»Beſſer, viel beſſer,« antwortete Oliver ſchnell.

»Gott ſei Dank;« rief der Herr.»Gewiß?«

»Ganz gewiß, Sir,« antwortete Oliver.»Die Beſ⸗ ſerung trat aber erſt vor wenigen Stunden ein, und Losberne ſagt, alle Gefahr ſei nun vorüber.«

Der Herr ſagte kein Wort weiter, ſondern riß den Kutſchenſchlag auf, ſprang heraus, nahm Oliver eilig am Arme und führte ihn bei Seite.

»Iſt es ganz gewiß? Irrſt Du Dich wirklich nicht?« fragte der junge Herr mit zitternder Stimme. »Täuſche mich nicht und wecke nicht Hoffnungen in mir, die nicht zu erfüllen ſind.«

»Um keinen Preis, lieber Herr,« antwortete Oliver. »Sie können mir glauben. Herr Losberne ſagte, ſie wird leben, um uns Alle noch viele Jahre zu erfreuen. Das ſind ſeine Worte.«