Oliver Twiſt. 43
Angenblick, ob es wohl unſchicklich ſei, eine Zuſammen⸗ kunft mit Herrn Bumble bei verſchloſſenen Thüren zu haben. Bumble benutzte dieſe Zögerung, und ſchloß die Thür ohne weitere Erlaubniß zu, denn es fror ihn be⸗ deutend.
»Ein harter Winter, Herr Bumble,« ſagte die Frau.
»Sehr hart, Frau Corney, ganz zum Nachtheile der Gemeinde. Wir haben dieſen Nachmittag zwanzig Brote und anderthalb Käſe vertheilt, und die Armen ſind doch noch nicht zufrieden.«
»Wann wären die es wohl, Herr Bumble!« entgeg⸗ nete die Frau und nippte von dem Thee..
»Da haben wir einen Mann, der in Rückſicht auf ſeine Frau und große Familie ein Brot und ein Pfund Käſe, richtiges Gewicht, erhält. Iſt er dankbar, Frau Corney, iſt er dankbar? Nicht ſo viel als ein Pfennig werth iſt. Was thut er? Er bittet um ein Paar Koh⸗ len, wenn es auch nur ein Schnupftuch voll wäre, ſagt er. Kohlen! Was will der Mann mit den Kohlen ma⸗ chen? Seinen Käſe daran röſten, und dann kommen und mehr verlangen. So macht es das Volk, Frau Corney, giebt man ihnen heute eine Schürze voll Kohlen, ſo kommen ſie morgen und verlangen von neuem ohne Scheu und Scham.« 29
Die Frau nickte und der Vogt fuhr fort.»Vorge⸗ ſtern kam ein Mann— Sie waren verheirathet, und ich kann es alſo erzählen,— der kaum einen Lumpen auf dem Leibe hatte(Frau Corney ſchlug die Augen nieder), an die Thür des Herrn Aufſehers, als er ge⸗ rade Tiſchgeſellſchaft hatte, und ſagte, man müſſe ihm helfen; denken Sie ſich, Frau Corney. Da er durchaus nicht gehen wollte und ſein Anblick den Gäſten den Ap⸗ petit verdarb, ſo ließ ihm der Herr Aufſeher ein Pfund


