42. Oliver Twiſt.
»Verwünſcht ſei der Topf!« ſagte die würdige Ma⸗ trone, indem ſie ihn ſchnell hinſetzte;„das kleine dumme Ding hält nur ein paar Taſſen! wer kann ihn brauchen, als— als eine arme verlaſſene Frau wie ich. Du lie⸗ ber Gott!«
Mit dieſen Worten ſank ſie auf den Stuhl, dann ſtützte ſie den Elbogen wieder auf den Tiſch und dachte an ihre Einſamkeit. Der kleine Theetopf und die ein⸗ zelne Theetaſſe hatten ſie an Herrn Corney erinnert, der nun bereits fünfundzwanzig Jahre todt war, und ſie war ganz gerührt.
„»Ich bekomme keinen wieder!« ſagkn ſie vor ſich hin, keinen wie er.«
Ob ſich dieſe Bemerkung auf den Ehemann oder den Theetopf bezog, iſt ungewiß. Es konnte wohl der letz⸗ tere gemeint ſein, denn ſie ſah ihn an, während ſie ſprach, und griff ſodann darnach. Eben hatte ſie die erſte Taſſe genoſſen, als ſie durch ein leiſes Klopfen an der Thür geſtört wurde.
»Nur herein!« rief Frau Corney verdrießlich.»Es will ſchon wieder eine alte Frau ſterben, denn ſie ſterben allemal, wenn ich etwas eſſe oder trinke. Nur herein; die kalte Luft zieht herein. Woran fehlt es?«
»An nichts, Frau Corney, an nichts,«antwortete eine männliche Stimme.
»Ach, Du lieber Gott!“« rief die Frau in viel ſanfte⸗ rem Tone:»iſt das nicht Herr Bumble?«
»Ihnen zu dienen, Frau Corney,« erwiederte Bumble, der vor der Thür erſt den Schnee von ſeinem Rocke geſchüttelt, die Schuhe reingeputzt hatte und nun eintrat, den dreieckigen Hut in der einen, und ein Packet in der andern Hand. Soll ich die Thüre zuſchließen?«
Die Frau bedachte ſich, ehe ſie autzwortete, einen


