Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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Oliver Twiſt. 41

Nacht, in welcher man gern an das Feuer rückt und Gott dankt, daß man zu Hauſe iſt; in welcher der hei⸗ mathsloſe Arme ſich hinlegt und ſtirbt. Manche halb⸗ verhungert Außgeſtoßene ſchließen in ſolcher Zeit ihre Augen auf unſeren öden Straßen, und ihre Verbrechen mögen noch ſo gräßlich geweſen ſein, ſie können kaum unter ſchrecklichern Umſtänden erwachen.

So war es draußen, als Frau Corney, die Haus⸗ mutter des Arbeitshauſes, das unſere Leſer bereits als den Geburtsort Olivers kennen, ſich in ihrem Stübchen an ein wohlthuendes Feuer ſetzte und mit nicht geringer Selbſtzufriedenheit nach einem kleinen runden Tiſche blickte, auf welchem ein Teller von entſprechender Gxöße mit allen nothwendigen Materialien zu dem liebſten Ge⸗ nuſſe ältlicher Frauen ſtand. Frau Corney wollte ſich wirklich an einer Taſſe Thee erquicken, und als ſie von dem Tiſche nach dem Kamine ſah, wo der kleinſte aller möglichen Theekeſſel⸗ ſein Liedchen ſang, nahm ihre Selbſtzufriedenheit in dem Maße zu, daß ſie wirklich lachelte.

»Ja, ja,« dachte die Frau bei ſich, indem ſie den Elbogen auf den Tiſch ſtützte und nachdenkend nach dem Feuer ſah,»wir haben doch alle Urſache, dankbar gegen Gott zu ſein, wir wiſſen es nur nicht immer.«

Frau Corney ſchüttelte traurig das Haupt, als be⸗ klage ſie die Geiſtesblindheit der Armen, die es wirklich nicht wüßten, ſteckte einen ſilbernen Löffel(Privateigen⸗ thum) in eine blecherne Theebüchſe und fing an, den Thee zu machen.

Welche Geringfügigkeit doch die Ruhe unſeres Gei⸗ ſtes zu ſtören vermag! Die ſchwarze kleine Theemaſchine lief über, während Frau Corney ſo moraliſirte, und das Waſſer verbrühete ihr die Hand ein wenig.