Oliver Twiſt. 39
auf die Kniee ſtützte, ſo daß ſein Rücken eine Stufe wurde; dies war kaum geſchehen, als Sibes auf ihn ſtieg, Oliver langſam, mit den Füßen voran, durch das Fenſter ſchob, und ihn, ohne den Kragen losgelaſſen zu haben, innen ſicher auf die Dielen niederließ.
»Nimm die Laterne,“ ſagte Sikes, indem er durch das Fenſter hineinſah.»Siehſt Du die Stufen vor Dir2«
Oliver ſagte, mehr todt als lebendig,„ja«; Sikes zeigte mit dem Piſtol nach der Hausthüre, machte ihn nochmals darauf aufmerkſam, daß ihn ſein Schuß über⸗ all erreichen könne, und drohte, wenn er zögere, falle er augenblicklich.
»In einer Minute iſt es 2cſchehene« flüſterte Sikes. »Ich laſſe Dich nun los; thue, was Dir geheißen wird. Hörſt Du?«
»Was iſt das?« flüſterte der Andere.
Sie horchten.
»Nichts,« ſagte Sikes, indem er Oliver losließ. „Nun le
In der kurzen Zeit, in welcher der Knabe ſich ſam⸗ meln konnte, hatte er ſich feſt vorgenommen, wenn es auch ſein Leben koſte, die Treppe hinaufzueilen und Lärm zu machen. Mit dieſen Gedanken ging er, aber leiſe, nach der Thüre zu.
»Komm zurück!« rief Sikes plötzlich laut.»Zurück! zurück!« 1
Erſchreckt durch die plötzliche Unterbrechung der Todtenſtille und einen lauten Ruf, der darauf folgte,
ließ Oliver die Laterne fallen und wußte nicht, ob er
weiter gehen oder fliehen ſollte. Der Ruf wurde wie⸗ derholt— es erſchien ein Licht— zwei erſchrockene halb⸗


