Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

38 Oliver Twiſt.

Stille, und nach einiger Zeit, und mit Beihülfe Cra⸗ ckits, war der erwähnte Laden geöffnet. Hinter dem⸗ ſelben befand ſich ein kleines Fenſter, etwa ſechs Fuß von dem Boden an der Hinterſeite des Hauſes; es war ſo klein, daß es der Beſitzer des Hauſes wahr⸗ ſcheinlich für unnöthig gehalten hatte, daſſelbe noch mehr zu verwahren, aber doch groß genug, um einen Knaben, wie Oliver, durchzulaſſen. Nach kurzer Zeit hatte Sikes auch das Fenſter geöffnet.

»Nun höre, Bube,« flüſterte Sikes, indem er eine Blendlaterne aus der Taſche nahm und das Licht auf Olivers Geſicht fallen ließ;»ich werde Dich hier durch⸗ ſtecken. Nimm die Laterne, geh leiſe die Stufen gerade vor Dir hinauf, und durch das kleine Zimmer nach der Thür zu. Dieſe machſt Du auf und läßt uns ein.«

» Es iſt ein Riegel oben an derſelben, den Du nicht wirſt erreichen können,« bemerkte Tobias.»Du nimmſt alſo einen Stuhl aus dem kleinen Zimmer und ſtellſt Dich darauf.«

Kannſt Du nicht ruhig ſtehen,« ſagte Sikes mit einem ſchrecklichen Blicke.»Iſt die Thür hier offen?«

»Ja,« antwortete Tobias, nachdem er durch das Fenſter geſehen hatte.»Es iſt ſpaßhaft; ſie laſſen die Thür offen, damit der Hund, der hier ſein Lager hat, in der Hausflur hin⸗ und hergehen kann, wenn er nicht ſchläft. Ha! ha! Barney wußte ihn heute Abend ſo hübſch wegzulocken.«

Obgleich Crackit in kaum höͤrbarem Geflüſter ſprach und ganz geräuſchlos lachte, ſo gebot ihm Sikes doch

herriſch, ſtill zu ſein und an die Arbeit zu gehen. To⸗

bias gehorchte, indem er zuerſt ſeine Laterne hervorzog

und auf die Erde ſetzte, dann ſich feſt mit dem Kopfe

an die Wand unter das Fenſter ſtellte und die Hände