N.
Oliver Twiſt. 19
hielt dann plötzlich inne, zog ihren Shawl feſt um ſich und ſchauerte.
Oliver ſchürte das Feuer an. Sie zog ihren Stuhl dicht an daſſelbe, ſaß eine Zeitlang da, ohne zu ſprechen, richtete endlich den Kopf empor und ſah ſich um.
»Ich weiß nicht, was manchmal über mich kommt,« ſagte das Mädchen und putzte an ihrem Anzuge; ves iſt gewiß die feuchte, ſchmutzige Stube. Nun, lieber Oliver, biſt Du bereit?«
»Soll ich mit Ihnen gehen?« fragte Oliver.
»Ja, ich komme von Bill,« antwortete das Mädchen. „»Du ſollſt mit mir gehen.«
»Wozu?« fragte Oliver, der zurückwich.
»Wozu?« wiederholte das Mädchen, indem ſie die Augen aufſchlug;»zu nichts Böſem.«
„»Ich glaube es nicht,« ſprach Oliver, der ſie genau beob⸗ achtet hatte.
»Nun, wie Du willſt,« entgegnete das Mädchen, indem ſie zu lächeln verſuchte;»zu nichts Gutem.«
Oliver bemerkte wohl, daß er etwas über des Mäd⸗ chens beſſeres Gefühl vermochte, und war einen Augen⸗ blick Willens, ſich an ihr Mitleid mit ſeinem hülfloſen Zuſtande zu wenden. Aber dann dachte er wieder daran, daß es erſt elf Uhr ſei, daß ſich noch viele Leute auf den Straßen befänden, unter denen gewiß manche wären, die ihm glauben würden. Bei dieſem Gedanken ſtand er auf und ſagte ſchnell, er ſei bereit.
Seine Gedanken waren dem Mädchen nicht entgan⸗ gen. Sie beobachtete ihn genau, als er ſprach, und ſah ihn mit einem Blicke an, der es deutlich verrieth, daß ſie ſeine Gedanken errathen habe.
»Still!« ſagte ſie, indem ſie ſich über ihn bog und nach der Thür wies, während ſie ſich vorſichtig umſah.
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