Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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Oliver Twiſt. 11

es nicht fehlen, und in vollem Ernſt. Gehorcht er nicht, ſträubt er ſich im mindeſten, ſo ſiehſt Du ihn nicht leben⸗ dig wieder, Fagin. Das überlege, ehe Du mir ihn ſchickſt. Merke meine Worte,« ſprach der Räuber, indem er ein ſchweres Brecheiſen ſchüttelte, das er unter dem Bette hervorzog.

»Ich habe es bereits überlegt,« antwortete der Inde ent⸗ ſchloſſen.»Ich habe ihn genau, genau beobachtet. Laßt es ihn nur erſt fühlen, daß er einer von uns iſt, man präge es ihm nur ein, daß er geſtohlen hat, und er iſt unſer, unſer ſein Leben lang. Es hätte ſich nicht beſſer treffen können.« Der alte Mann legte die Hände auf der Bruſt über einander, zog den Kopf ein und die Schul⸗ tern empor und machte ſich ſo vor Freuden faſt zu einer Kugel.

»Unſer!« ſagte Sikes.»Dein, win Du ſagen.«

Vielleicht, Freund,« antwortete der Jude lächelnd. »Mein, wenn Du es lieber haſt, Bill.«

»Warum,« ſprach Sikes, und ſah ſeinen angenehmen Freund finſter an,»warum giebſt Du Dir ſo viele Mühe mit einem kreidegeſichtigen Jungen, da jede Nacht funfzig umherlaufen, die Du nur aufzuleſen brauchſt?«

»Weil dieſe mir nichts nützen,« erwiederte der Jude mit einiger Verlegenheit,»weil es ſich nicht der Mühe lohnt, ſie in das Haus zu nehmen; ihr Ausſehen verräth ſie, wenn ſie vor die Polizei kommen, und ich verliere ſie Alle. Mit Oliver, iſt er erſt ordentlich abgerichtet, kann ich thun, was ich nicht mit zwanzig andern thun kann. Ueberdies,« ſetzte der Jude ruͤhiger hinzu, skennt er uns nun, wenn er wieder fortkäme, und er muß bei uns blei⸗ ben. Es fehlt nichts mehr zu meiner Macht über ihn, als daß er bei einem Raube war. Und das iſt doch beſſer, als den armen Jungen fortzuſchicken, was gefährlich wäre.