180 Oliver Twiſt.
ten. Nach einer Woche etwa ließ der Jude die Thuͤre unverſchloſſen, und Oliver konnte frei in dem Hauſe um⸗ hergehen.
Es war ein ſehr ſchmutziger Ort; aber die oberen Gemächer hatten große hölzerne Simſe, große Thüren und getäfelte Wände und Simſe an den Decken, die, obwohl von Staub geſchwärzt, auf verſchiedene Weiſe verziert waren, woraus Oliver ſchloß, das Haus möge, ehe der alte Jude geboren worden, Leuten von beſſerm Stande angehört haben.
Spinnen hatten ihre Netze in den Ecken der Wände und an den Decken ausgeſpannt; wenn Oliver leiſe in ein Zimmer trat, ſchlüpften bisweilen die Mäuſe über die Dielen und eilten erſchreckt in ihre Löcher. Außer die⸗ ſen Thierchen war in dem Hauſe kein lebendes Weſen zu ſehen und zu hören, und oft, wenn es dunkel wurde und er von dem Umherwandern aus einem Zimmer in das andere müde war, kauerte er ſich in die Ecke des Ganges an der Hausthüre, um lebenden Weſen wenig⸗ ſtens ſo nahe als möglich zu ſein, und blieb da lau⸗ ſchend und zitternd, bis der Jude oder die Knaben zu⸗ rückkamen.
In allen Zimmern waren die Fenſterladen feſt ver⸗ ſchloſſen, und die Riegel, welche dieſelben hielten, dicht in das Holz geſchroben; das wenige Licht, das hineinfiel, drang durch runde Löcher oben, machte aber die Zimmer nur ſchauerlicher und füllte ſie mit ſeltſamen Schatten. Nach hinten zu hatte ein Dachfenſter außen wohl ver⸗ roſtete Eiſenſtangen, aber keine Laden, und aus dieſem ſah Oliver mit betrübtem Geſichte oft Stunden lang hinaus, aber er konnte nichts erblicken, als eine dichtoge⸗
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