Oliver Twiſt. 181
drängte, verworrene Maſſe von Hausgiebeln und ge⸗ ſchwärzten Schornſteinen.
Eines Nachmittags, als der Sappermenter und Karl⸗ chen Bates für den nächſten Abend beſchäftigt waren, fiel es dem Erſtern ein, ſeine Perſon etwas herauszupu⸗ tzen,— was, die Wahrheit zu geſtehen, durchaus ſonſt ſeine ſchwache Seite nicht war,— und in dieſer Abſicht befahl er Oliver, ihm bei ſeiner Toilette an die Hand zu gehen.
Oliver war zu erfreut, ſich nützlich zu machen, zu glücklich, menſchliche Geſichter bei ſich zu ſehen, wie ſchlecht ſie auch ſein mochten, und zu begierig, den Leu⸗ ten um ihn her gefällig zu ſein, wenn es auf ehrliche Weiſe geſchehen konnte, als daß er dieſer Aufforderung nicht hätte Genüge leiſten ſollen; er ſprach deshalb ſo⸗ gleich ſeine Bereitwilligkeit aus, knieete auf den Dielen nieder, während Dawkins auf dem Tiſche ſaß, ſo daß er deſſen Füße in ſeinen Schooß nehmen konnte, und putzte ihm die Stiefeln.
War es das Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit, das ein vernünftiges Geſchöpf wohl fühlt, wenn es in bequemer Stellung auf einem Tiſche ſitzt, eine Pfeife raucht, ein Bein nachläſſig hin⸗ und herbaumeln läßt und ſieht, wie ſeine Stiefeln geputzt werden, ohne daß es die Mühe hatte, dieſelben vorher auszuziehen, oder⸗ ſie wieder anzuziehen braucht; oder war es der gute Ta back, der den Sappermenter ſanft ſtimmte, oder das Bier, das ſeine Gedanken erweichte, genug, es lag dies⸗ mal in ſeinem Weſen etwas Begeiſtertes, das ihm ſonſt ganz fremd war. Er ſah Oliver eine Zeitlang mit ge⸗ dankenvollem Geſichte an, erhob dann den Kopf, ſtieß


