176 Oliver Twiſt.
ten dazu brauchte; der Inhalt derſelben aber war, Oli⸗ ver ſei ein Findling, von gemeinen, laſterhaften Aeltern geboren, habe von Jugend auf keine beſſere Eigenſchaf⸗ ten gezeigt als Bosheit und Undankbarkeit, ſeine kurze Laufbahn an ſeinem Geburtsorte durch einen heimtücki⸗ ſchen und blutdürſtigen Anfall gegen einen unſchuldigen Burſchen beendiget und ſei ſodann in der Nacht von ſeinem Herrn entlaufen. Zum Beweiſe, daß er wirklich der Mann ſei, für den er ſich ausgebe, legte Bumble die Papiere, die er zur Stadt gebracht hatte, auf den Tiſch, ſchlug die Arme wieder über einander und war⸗ tete auf Brownlows Bemerkungen.
»Ich fürchte, Alles iſt nur zu wahr,« ſagte der alte Herr bekümmert, nachdem er die Papier? ugeſe⸗ hen.»Gern hätte ich das Dreifache des gebotenen Geldes gegeben, wären die Nachrichten günſtig für den Knaben geweſen.«
Es iſt nicht unwahrſcheinlich, daß Herr Bumble, hätte er dies eher gewußt, ſeiner kleinen Erzählung eine andere Farbe gegeben haben würde. Jetzt war es zu
ſpät; er ſchüttelte deshalb ſein Haupt, ſteckte ſeine fünf
Guineen ein und ging.
Brownlow ging einige Minuten in dem Zimmer auf und ab, offenbar von der Erzählung des Vogtes ſo angegriffen, daß ſelbſt Grimwig ihn nicht weiter zu necken wagte. Endlich blieb er ſtehen und klingelte heftig.“
»Frau Bedwin,“« ſagte er, als Haushälterin erſchien,»der Knabe Oliver iſt ein Betrüger.«
»Es kann nicht ſein, Sir, es kann nicht ſein,« ver⸗ ſicherte die alte Frau..
„Ich ſage es Ihnen aber,« antwortete der alte Herr unwirſch.»Was wollen Sie mit Ihrem'es


