Oliver Twiiſt. 167
rungen der Zeit und des Ortes nicht bloß durch langes Herkommen in Bühnen ſanctionirt ſind, ſondern von Vielen für die Hauptkunſt des Schriftſtellers angeſehen werden,— indem ſolche Kritiker die Geſchicklichkeit des Dichters nach den Verlegenheiten ſchätzen, in denen er
ſeine Perſonen am Ende faſt jeden Kapitels verläßt,—
ſo dürfte dieſe kurze Einleitung zu dem Vorſtehenden vielleicht für unnöthig gehalten werden. Aber ich habe ſie hier vorausgeſchickt, weil ich auch den geringſten Wunſch zurückweiſen will, meine Leſer dadurch Tanta⸗ lusqualen erdulden zu laſſen, daß ich den jungen Oli⸗ ver Twiſt in ſchwierigen Lagen verlaſſe und mich in der Tangente zu Dingen wende, welche mit ihm nichts zu ſchaffen haben. Mein einziger Wunſch iſt, ſo ſchnell als möglich geradeaus durch dieſe Geſchichte zu ſchrei⸗ ten, meinen Leſer mit mir zu nehmen, wenn ich es vermag, oder es ihm freizuſtellen, während einiger Ka⸗ pitel etwas Beſſeres zu thun und ſich mir dann wie⸗ der anzuſchließen, wenn es ihm beliebt. Ich habe dabei wirklich ſo viel zu thun, daß mir kein Raum zu Ab⸗ ſchweifungen bleibt, wenn ich auch Luſt dazu hätte; die vorliegende mache ich bloß, um mich in das rechte Verhältniß zu dem Leſer zu ſtellen, denn zwiſchen ihm und dem Verfaſſer muß immer das beſte Vernehmen erhalten werden. Der Vortheil von dieſen freundſchaft⸗ lichen Auseinanderſetzung iſt der, daß, wenn ich, wie es jetzt geſchieht, direct in die Stadt zurückgehe, in welcher Oliver Twiſt geboren wurde, der Leſer mir auf mein Wort glaubt, ich habe gute und trifftige Gründe, dieſe Reiſe zu machen, und würde ihn außerdem gar nicht bemühen, mich dahin zu begleiten.
Herr Bumble trat am frühen Morgen aus dem Thore des Arbeitshauſes nnd ſchritt in ſtattlicher ge⸗
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