Oliver Twiſt. 159
zweifelhaft, ob die allgemeine Heiterkeit oder dieſer Fund ſein Lächeln erregte.
»Was iſt das?« ſagte Sikes, indem er hinzutrat, als der Jude die Note ergriff.»Das iſt mein, Fagin.⸗
»Nein, mein, mein,« erwiederte der Jude; ⸗mein, Bill, mein. Du bekommſt die Bücher.«
»Wenn ich den Zettel da nicht bekomme,« ſprach Sikes, während er den Hut mit entſchloſſener Miene auf⸗ ſetzte,»ſo nehme ich den Jungen wieder mit fort.«
Der Jude erſchrak und Oliver ebenfalls, aber aus ei⸗ nem ganz andern Grunde, denn er hoffte, der Streit werde wirklich damit enden, daß er wieder fortgebracht werde.
»Gieb ihn her, willſt Du?« fragte Sikes.
»Das iſt nicht recht von Dir, Sikes, nicht wahr, Aennchen?« erwiederte der Jude.
„»Recht oder nicht recht,« fuhr Sikes fort,»gieb Du den Zettel nur her. Denkſt Du, ich und Aennchen hät⸗ ten weiter nichts zu thun, als den Jungen nachzulaufen und ſie einzufangen, die durch Dich den Häſchern in die Hände gerathen? Gieb das Geld her, Du altes geiziges Gerippe?«
Damit zog er die Fünfpfundnote dem Juden aus der Hand, legte ſie zuſammen und band ſie in einen Zipfel ſeines Taſchentuches.»Das iſt unſer Theil,« fuhr Sikes fort,»aber nicht halb genug für unſere Mühe. Die Bü⸗ cher kannſt Du behalten, wenn Du gern lieſeſt; willſt Du nicht leſen darin, ſo verkaufe ſie.«
»Sie gehören dem alten Herr,“« fiel Oliver ein, in⸗ dem er die Hände rang;„»dem guten, freundlichen al⸗ ten Herrn, der mich in ſein Haus nahm und mich pfle⸗ gen ließ, als ich krank war. Ach, ich bitte, ſchicken Sie ihm die Bücher und das Geld zurück. Behalten


