Teil eines Werkes 
1. Th. (1839)
Entstehung
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Oliver Tw iſt. 157

Aennchen bückte ſich unter die Fenſterladen und Oli⸗ ver hörte eine Klingel ſchellen. Sie traten an die ent⸗ gegengeſetzte Seite der Straße hinüber und ſtanden da einige Augenblicke unter einer Lampe. Man hörte ein Geräuſch, als werde ein Schiebfenſter geöffnet, und bald darauf ging auch leiſe die Thüre auf, worauf Sikes den erſchrockenen Knaben ohne Umſtände am Kragen faßte, und alle drei ſchnell in das Haus eintraten.

Es war da vollkommen dunkel, und ſie warteten, bis die Perſon, welche die Thüre geöffnet, dieſelbe wieder ver⸗ ſchloſſen und verriegelt hatte.

»Iſt Jemand da?« fragte Sikes.

»Nein,« antwortete eine Stimme, welche Oliver ſchon vorher gehört zu haben glaubte.

»Iſt der Alte da?« fragte der Räuber weiter.

»Ja,« antwortete die Stimme,»aber er ſpricht wenig und wird gewiß nicht eben erfreut ſein, Sie zu ſehen.«

Es wurde Oliver immer deutlicher, daß ihm die Stimme ſchon bekannt ſei, aber er konnte nicht einmal die Geſtalt des Sprechenden in der Dunkelheit erkennen.

»Bringe Licht,« gebot Sikes,»oder wir brechen die Hälſe oder treten auf den Hund. Wer das thut, mag für ſeine Beine ſorgen.«

»Bleiben Sie einen Augenblick ſtehen, ich will Licht holen,« antwortete die Stimme. Man hörte die Spre⸗ chenden fortgehen, und in der nächſten Minute erſchien John Dawkins, genannt der pfiffige Sappermenter, mit einem Talglichte auf einem zerſprungenen Leuchter.

Der junge Burſch würdigte Oliver keines anderen Zeichens der Erkennung als eines höhniſchen Lächelns, winkte aber den Ankommenden, ihm die Treppe hinauf zu folgen. Sie gingen durch eine leere Küche, öffneten die Thüre einer niedrigen, nach rde riechenden Stube,