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15²2 Oliver Twiſt.
ſchauer abgab, erſuchten, er möge doch nach einem Arzte laufen. Der Burſche aber, der ziemlich träger Natur zu ſein ſchien, meinte, er halte dies für durchaus unnöthig.
»Ich danke, ich danke,« entgegnete das Mädchen, in⸗ dem ſie Olivers Hand faßte,»mir iſt wieder beſſer; aber komm nun nach Hauſe, Oliver.«
»Was giebt es denn?« fragte eine der Frauen.
»Ach, liebe Frau,« antwortete das Mädchen,»er ver⸗ ließ vor einem Monate ungeſehen ſeine Aeltern, arbeit⸗ ſame, achtbare Leute, hing ſich an eine Geſellſchaft böſer Buben und Diebe, und hat ſeiner Mutter dadurch faſt das Herz gebrochen.«
»Die arme Mutter!« rief die eine Frau.
»Geh nach Hauſe, Du böſer Bubel« ſagte die andere.
»Ich bin ihr Bruder nicht,« entgegnete Oliver in
großer Angſt.»Ich kenne ſie nicht. Ich habe keine Schweſter, keinen Vater und keine Mutter. Ich bin eine Waiſe und wohne in Pentonville.«
»Ach wie verſtockt er iſt!« rief das Mädchen.
„»Ach, Aennchen iſt es!« fiel Oliver ein, der jetzt erſt das Geſicht des Mädchens ſah und zurückprallte.
»Ihr ſeht, er kennt mich,« entgegnete das Mädchen, zu den Umſtehenden gewendet.»Helft mir ihn zurück⸗ bringen, gute Leute, oder ſeine Aeltern grämen ſich todt und mir bricht er das Herz.«
»Was, zum Teufel! giebt es denn da?« fragte ein Mann, der aus einem Bierhauſe trat, und dem ein wei⸗ ßer Pudel folgte.»„Der junge Oliver? Gleich geh nach Hauſe zu Deiner armen Mutter, Bubel«
»Ich kenne die Menſchen nicht. Hulfe! Hülfe!« rief Oliver, der ſich des Mannes kräftigen Fäuſten zu ent⸗ winden ſuchte. 1
»Hülfe?« wiederholte der Mann.»Ja, ich will Dir


