Oliver Twiſt. 147
her, faßte zugleich das Ende der Kohlenſchaufel mit den Zähnen und biß hinein wie ein wildes Thier.
Dieſer Widerſtand machte Sikes nur noch wüthender; er knieete nieder und ging dem Hunde ganz außer ſich zu Leibe. Dieſer ſprang von der Rechten zur Linken und von der Linken zur Rechten, biß, knurrte und bellte; der Mann ſtieß und ſchwur, ſchlug und fluchte, und der Kampf war einem kritiſchen Punkte nahe, als die Thüre
plötzlich aufging, der Hund hinausfuhr und Bill Sikes
mit der Kohlenſchaufel und dem Einſchlogheneſſer in der Hand allein zurückließ.
Zu einem Streite gehören zwei Prteien, ſagt das alte Sprichwort, und da dem Herern Sikes der Hund entgangen war, ſo ließ er ſeinen Unwillen an den An⸗ kommenden aus.
»Welcher Teufel heißt Dich zwiſchen mich und mei⸗ nen Hund treten?« fragte er mit wüthender Geberde.
»Ich wußte nichts, lieber Freund, ich wußte nichts,« antwortete Fagin, denn es war der Inde, der erſchien.
»Du wußteſt es nicht, Du haſenherziger Spitzbube?« grollte Sikes.»Hörbeſt Du den Lärmen nicht 2
»Keinen Laut, ſo wahr ich lebe, Bill,« antwortete der Jude.
»Ach ja, Du hörſt nichts,« entgegnete Sikes mit höhniſchem Grinſen;»Du ſchleichſt herein und hinaus,
daß Niemand weiß, wann Du kommſt oder geheſt. Ich
wollte, Du wäreſt der Hund vor einer halben Minute geweſen, Fagin.«
„»Warum?« fragte der Jude mit erzwungenem Lächeln.
Weil die Regierung, der die Leben ſolcher Leute, wie Du biſt, ſehr am Herzen liegen, ob ſie gleich nicht halb ſo viel werth ſind als ein Hund, dem Manne erlaubt, ſeinen Hund zu erſchlagen, wenn es ihm beliebt,« ant⸗ 10*
4


