Teil eines Werkes 
1. Th. (1839)
Entstehung
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146 Oliver Twiſt.

einigermaßen erfahrene Polizeidiener angenblicklich für William Sikes erkannt haben würde. Zu ſeinen Füßen ſaß der rothäugige zortige weiße Pudel, der abwechſelnd ſeinen Herrn aublinzelte und eine große friſche Narbe an ſeiner Schnauze leckte, die er bei einem neuerlichen Kampfe erhalten zu haben ſchien.

Liege ſtill, du Beſtie, liege ſtilll« unterbrach Sikes plötzlich ſein Schweigen. Ob ſein Denken ſo tief war, daß er durch das Angenblinzeln des Hundes geſtört wer⸗ den konnte, oder ob ſeine Gefühle dabei ſo in Anſpruch genommen wurden, daß er ſich durch das Treten eines unſchuldigen Thieres erleichtern mußte, bedarf noch der Unterſuchung. Genug, der Hund wurde zu gleicher Zeit mit dem Fuße geſtoßen und verflucht.

Die Hunde ſind gewöhnlich nicht geneigt, eine Belei⸗ digung zu rächen, die ihnen von ihrem Herrn zugefügt wird, der Hund des Herrn Sikes aber, deſſen Charakter dem ſeines Herrn zu gleichen ſchien und der in dieſem Augenblicke die Schmach vielleicht gerade recht tief em⸗ pfand, fuhr ſogleich mit den Zähnen nach einem der bei⸗ den Halbſtiefeln, ſchüttelte denſelben tüchtig und kroch dann knurrend unter eine Bank, wodurch er dem zinner⸗ nen Kruge entging, mit welchem Sikes ihm nach dem Kopfe zielte.

»Du willſt es? Willſt Du?« brummte Sikes, indem er die Kohlenſchaufel in die eine Hand nahm und mit der andern bedächtig ein großes Einſchlagemeſſer auf⸗ klappte, das er aus der Taſche nahm.»Hierher, du Teufelsbraten; komm her! hierher! Hörſt du?«

Ohne Zweifel hörte es der Hund, denn Sikes ſprach in dem rauheſten Tone ſeiner rauhen Stimme, aber er ſchien einige Abneigung vor dem Halsabſchneiden zu ha⸗ ben, blieb deßhalb wo er war, knurrte boshafter als vor⸗