Teil eines Werkes 
1. Th. (1839)
Entstehung
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Oliver Twiſt. 139

Lotſe und einen Appetit wie ein Wolf. Ich kenne den Buben.«

»Nun dieſe Beſchreibung paßt nicht auf Oliver Twiſt, und er wird alſo Ihren Unwillen nicht reizen.«

»Sie paßt allerdings nicht,« antwortete Grimwig; vaber er kann noch ſchlimmere Eigenſchaften haben.«

Brownlow huſtete ungeduldig, was dem Herrn Grimwig großen Spaß zu machen ſchien.

»Er kann noch ſchlimmere Eigenſchaften haben,« fuhr er fort.»Woher kommt er? Wer iſt er? Was iſt er? Er hat das Fieber gehabt, wie ging das zu? Haben je brave Leute das Fieber, he? Nur ſchlechte Menſchen haben bisweilen Fieber, nicht wahr? Ich weiß, daß ein Menſch in Jamaika gehenkt wurde, weil er ſei⸗ nen Herrn ermordet hatte; er hatte das Fieber ſechs⸗ mal gehabt; deshalb konnte man ihn nicht bedauern.«

Grimwigs Herz war gar nicht abgeneigt, Olivers Aeußeres und Benehmen für ungewöhnlich einnehmend zu halten; aber er hatte die Sucht und Gewohnheit, überall zu widerſprechen, und jetzt war er namentlich dadurch gereizt, daß er die Apfelſinenſchale gefunden hatte. Während er ſo ſich vornahm, ſich von Nieman⸗ dem einreden zu laſſen, daß ein Knabe hübſch ſei oder nicht, entſchloß er ſich zugleich, ſeinem Freunde zu wi⸗ derſprechen. Als Brownlow bemerkte, daß er für jetzt auf keine Frage genügende Antwort geben könne, auch jede Nachfrage nach Olivers früherer Geſchichte verſcho⸗ ben habe, bis er glaube, der Knabe ſei ſtark genug, die⸗ ſelbe ertragen zu können, lachte Grimwig boshaft und fragte höhniſch, ob die Haushälterin auch Abends die ſilbernen Löffel u. ſ. w. zähle, denn wenn ſein Freund nicht eines Morgens ein paar dergleichen vermiſſe, ſo wolle er ſeinen Kopf eſſen.