Boden, während der
Die erſchreckten der bitterlich, die alte Frau aber, welche bis dahin ig geblieben war, als ſei ſie taub gegen Alles um ſie her, gebot ihnen mit Drohungen Schweigen, band dann dem Manne, der noch immer am Boden lag, das Halstuch ab und wankte zu dem Leichenbeſtatter.
„»Sie war meine Tochter,« ſagte die alte Frau, in⸗ dem ſie nach der Leiche hin nickte, mit einem blödſinni⸗ gen Blicke, der noch grauſenhafter war als der Leichnam. »Herr Gott, es iſt doch ſeltſam, daß ich, die ich ſie ge⸗ bar und damals eine Frau war, jetzt lebe und munter bin, während ſie ſo kalt und ſteif daliegt. Herr Gott, es iſt wie in der Komödie,— wie in der Komödie.«
Während die Alte in ihrer gräßlichen Heiterkeit ſchwatzte, drehte ſich der Leichenbeſtatter um, um fortzugehen.
»Sie! Sie!« rief die alte Frau in taubem Flüſtern, »wird ſie heute begraben, oder in der Nacht, oder Mor⸗ gen? Ich muß mitgehen. Schicken Sie mir einen gro⸗ ßen Mantel, einen warmen, denn es iſt kalt. Auch Wein und Kuchen ſollten wir haben, ehe wir gehen, aber ſchi⸗ cken Sie nur Brot, ein Laib Brot und ein Glas Waſ⸗ ſer. Bekommen wir Brot, lieber Mann?« wiederholte ſie und faßte den Leichenbeſtatter am Rocke, als er der Thüre zuſchritt.
»Ja, ja,« antwortete dieſer,„Ales, was Ihr wollt,« dabei machte er ſich von der alten Frau los, zog Oliver nach ſich und eilte fort.
Am nächſten Tage, nachdem die Familie mit einem
Brote und einem Stück Käſe beſchenkt worden war,
kehrten Oliver und ſein Herr in jene Jammerwohnung zurück, wo Bumble mit vier Männern aus dem Arbeits⸗ hauſe, welche die Leiche tragen ſollten, bereits angekom⸗


