„» Es lieg te etwas ſo Melancholi⸗ ſches, liebe Frau, reſſant iſt. Er würde, denke ich, einen recht hübſchen Leichenbegleiter abgeben.⸗
Madame Sowerberry ſah mit großer Verwunderung auf. Der Mann bemerkte dies und fuhr fort, um ſeiner Frau nicht Zeit zu laſſen, etwas dagegen zu ſagen:»Ich meine nicht bei großen Leichen, ſondern bloß bei Kindern. Es wäre da etwas ganz neues, einen Leichenbegleiter zu haben, der ſelbſt ein Kind iſt, liebe Frau. Es machte gewiß Effect.«
Der Madame Sowerberry, die alhen Geſchmack in Bezug auf Leichenbegängniſſe hatte, fiel die Neuheit dieſer Idee allerdings auf, da es aber gegen ihre Würde geweſen wäre, dies geradezu auszuſprechen oder nur mer⸗ ken zu laſſen, ſo fragte ſie, warum dieſer Gedanke ihrem Manne nicht ſchon längſt eingefallen ſei. Sowerberry legte dieſe Frage mit Recht als eine verſteckte Zuſtim⸗ mung zu ſeinem Vorſchlage aus und er beſchloß dem⸗ nach, Oliver ſo bald als möglich in die Geheimniſſe ſei⸗ nes Geſchäftes einzuweihen, weshalb dieſer den Auftrag erhielt, den Herrn zu begleiten, wann man die Dienſte deſſelben wieder bedürfe.
Dieſe Gelegenheit fand ſich bald, denn am andern Molgen, eine halbe Stunde nach dem Frühſtück, trat Bumble in die Werkſtätte, ſtemmte ſeinen großen Stock an den Ladentiſch und nahm aus einer großen ledernen Brieftaſche einen kleinen Zettel, den er den Herrn So⸗
werberry übergab.
»Aha,« ſagte dieſer, veine Menüngn unfe einen Snro nicht wahr? 99
»Zuerſt auf einen Sarg und dann zu⸗ einem Begräb⸗ niſſe,« erwiederte Bumble, indem er die Brieftaſche wie⸗ der zuſammenband, die ſehr corpulent war, wie er ſelbſt.
62


