Teil eines Werkes 
1. Th. (1839)
Entstehung
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46 Oliver zwiſ.

klein, das läßt ſich nicht läugnen; aber er wird wach⸗ ſen, Madame Sowerberry, er wird wachſen. a

»Das wird er wohl,« erwiederte die Frau ſchnip⸗ piſch,»aber von unſerm Eſſen und Trinken. Ich ſehe keine Erſparniß, wenn man Waiſenkinder nimmt, denn ſie koſten immer mehr zu unterhalten, als ſie werth ſind; aber die Männer denken immer, ſie verſtänden alles beſſer. Geh die Treppe hinunter, kleiner Knochen⸗ ſack!« Die Frau öffnete bei dieſen Worten eine Seiten⸗ thüre und trieb Oliver eine ſteile Treppe in eine feuchte und finſtere Steinzelle hinunter, welche ſich vor dem Kohlenraume befand unddie Küche genannt wurde. Darin ſaß ein ſchlappiges Mädchen mit hinten nieder⸗ getretenen Schuhen und blauen wollenen Strümpfen, welche das Stopfen ſehr nöthig hatten.

»Da, Charlotte,« ſagte Madame Sowerberry, welche mit hinunter gegangen war,»gieb dem Jungen etwas von den kalten Ueberreſten, die wir für den Hund aufgehoben haben; er iſt ſeit heute früh nicht nach Hauſe gekommen und ſoll nun auch nichts bekommen. Du wirſt es wohl eſſen, Junge nicht wahr?«

Oliver, deſſen Augen funkelten, als er von Eſſen reden hörte und vor Begierde darnach zitterte, bejahete die Frage, und es wurde ihm ein Teller mit allerlei Ueberreſten von Speiſen vorgeſetzt.

Ich wollte, ein wohlgenährter Philoſoph, in deſſen Unterleibe Eſſen und Trinken ſich in Galle verwandeln, deſſen Blut Eis und deſſen Herz Eiſen iſt, hätte geſe⸗ hen, wie Oliver die leckern Biſſen verſchluckte, die der Hund verſchmähet hatte; nur eines ſähe ich noch lieber, wenn er ſelbſt ein ſolches Gericht mit gleichem Appetite verzehrte.

Biſt du ſatt?« fragte endlich die Fran, als Oliver