Oliver Twiſt. 45
Kind.»Jedermann haßt mich. Ach, lieber Herr, es iſt mir, als habe man mich daher geſchnitten und als ſtröme alles Blut hinweg,« und Oliver ſchlug mit der Hand auf das Herz und ſah unter Thränen ſeinen Füh⸗ rer an.
Bumble bemerkte den hülfloſen bittenden Blick Oli⸗ vers mit Verwunderung, ſagte drei⸗ oder viermal »hm!« murmelte etwas von Huſten, hieß Oliver die Thränen abwiſchen und gut ſein, nahm ihn dann wie⸗ der an der Hand und ging ſchweigend mit ihm weiter.
Der Leichenbeſtatter und Sargfabrikant hatte eben ſeine Fenſterladen zugemacht und trug einige Einnah⸗ men in ſein Buch bei einem ſchlechten Lichte ein, als Bumble erſchien.
»Sie ſind es, Herr Bumble,« ſagte Herr Sower⸗ berry, indem er von ſeinem Buche aufſah und mitten in einem Worte aufhörte.
»Ich bringe den Jungen,« antwortete der Vogt. Oliver verbeugte ſich. 1
»Das iſt alſo der Junge?« fragte Sowerberry, und hob das Licht hoch empor, um Oliver beſehen zu kön⸗ nen.»Liebe Frau! willſt Du einen Augenblick hierher kommen?«
Madame Sowerberry trat aus einem kleinen Zim⸗ mer hinter dem Laden heraus. Sie war eine kleine dürre Frau mit einem Geſichte, wie eine echte böſe Sieben.
»Liebe Frau,« fuhr Sowerberry demüthig fort,„da iſt der Junge aus dem Arbeitshauſe, von dem ich Dir geſagt habe.« Oliver verbeugte ſich nochmals.
»Er iſt ſehr klein, lieber Mann.⸗ 1
»Ja, er iſt klein,« entgegnete Bumble, der dabei den Knaben anſah, als wolle er ihm einen Vorwurf machen, daß er nicht größer und ſtärker ſei;„er iſt


