180 Die Pickwicker.
»Ohne auch nur durch eine Mittelsperſon zu erfor⸗ ſchen, wie der alte Mann über eine Sache denken möchte, die ihm natürlich durchaus nicht gleichgültig ſein konnte?«
»Ich kann es nicht läugnen, Sir,« ſagte Arabella.
»Und ohne hinlängliches eigenes Vermögen zu be⸗ ſitzen, um Ihrem Gatten Erſatz für ſein Erbtheil zu leiſten, das ihm ſein Vater nicht entzogen haben würde, wenn er deſſen Wünſchen gemäß ſich vermählt hätte? Knaben und Mädchen nennen das uneigennützige Zu⸗ neigung, bis ſie ſelbſt Knaben und Mädchen haben, und dann die Sache in einem ſehr verſchiedenen und ganz andern Lichte betrachten.«
Arabella erwiederte unter Thränen, daß ſie uner⸗ fahren ſei, daß nur ihre Liebe ſie zu dieſem Schritt bewogen, und daß ſie ſeit ihrer früheſten Kindheit der elterlichen Leitung entbehrt habe.
„Es war unrecht,« ſagte der alte Herr,»doch in einem milderen Tone;»es war unrecht, es war eine romantiſche Thorheit.«
»Es war meine Schuld, Sir, es iſt ganz meine Schuld geweſen,“« fiel die arme Arabella unter Thränen ein.
»Beruhigen Sie ſich,« ſagte der alte Herr, ves war Ihre Schuld nicht, daß er ſich in Sie verliebte. Doch
ja,« fuhr er mit einem etwas ſchelmiſchen Lächeln fort, es war Ihre Schuld. Er konnte nicht anders.“⸗
Dieſe kleine Schmeichelei, oder die ſonderbare Weiſe, wie der alte Herr ſie ihr ſagte, und ſein viel milder und freundlicher gewordenes Weſen, oder alles dieſes im Verein lockte Arabellen mitten unter ihren Thränen ein Lächeln ab.
»Wo iſt denn Ihr Gemahl?« fragte der alte Herr plötzlich, ein Lächeln unterdrückend, deſſen auch er ſich
kaum erwehren konnte.


