Die Pickwicker. 7
Berufs⸗ und Geſchäftsmiene an.»Hier, wenn es Ihnen gefällig iſt, geehrteſte Madame. Sein Sie ohne Furcht, Madame.— Ich zweifle nicht im Mindeſten, daß wir Sie in kurzer Zeit wieder auf die Beine bringen werden. — Ich ſtehe jetzt ganz zu Ihren Dienſten, meine theuerſte Madame.«
Er hatte die alte Dame zu einem Stuhl geführt, verſchloß die Thür, ſetzte ſich auf einen andern Stuhl neben ſie, und erwartete von ihr die Symptome irgend eines körperlichen Leidens zu vernehmen, das ihm für lange Zeit Vortheil und Gewinn abwerfen könne.
Die alte Dame begann mit wiederholtem Kopfſchüt⸗ teln; ſodann folgten Thränen.
»Nervenſchwäche,« ſagte Bob Sawyer mitleidig. »Kampherjullepp mit Waſſer, täglich drei Mal, und eine beruhigende Arznei für die Nacht.«
»Ich weiß nicht, wo und wie ich anfangen ſoll,
Herr Sawyer,« ſagte die alte Dame.»Es iſt ſo gren⸗ zenlos peinlich und ſchrecklich.«
»Sie brauchen gar nichts zu ſagen, Madame,« er⸗ wiederte Bob Sawyer.»Ich kann mir ſchon Alles denken.— Ihr Leiden hat ſeinen Sitz im Kopfe.«
»Ach nein, ich fürchte vielmehr, das Herz iſt der leidende Theil,« ſagte die alte Dame ſeußzend.
»Ihr Herz iſt nicht in der geringſten Gefahr, Ma⸗ dame,« entgegnete Bob.»Der Magen iſt die Haupt⸗ urſache.«
»Herr Sawyer!« rief die alte Dame zurückfahrend aus.
»Die Sache leidet nicht den mindeſten Zweifel, Madame,« fuhr Bob mit ſehr gelehrter Miene fort. »Meine wertheſte Madame, Arznei bei Zeiten genommen, würde Allem vorgebeugt haben.«


