—
Die Pickwicker. 203
Herr Winkle ſprang verwundert über dem ihm un⸗ erklärlichen Lärm aus dem Bett, zog Strümpfe und Pantoffeln an, wickelte ſich dicht in ſeinen Schlafrock, zündete ein Licht an, und eilte die Treppe hinab.
„Da kommt endlich Jemand, Madame,“« ſagte der Kurze.
„Ich wollte, ich wäre mit einer Hetzpeitſche hinter ihm,« murmelte der Lange.
»Wer iſt da?« rief Winkle, die Riegel zurückſchie⸗ bend.
»Halt uns nicht noch lange mit Fragen auf, Grütz⸗ kopf,« rief der Lange, der den Fragenden für einen Be⸗ dienten hielt, verdießlich zurück,»macht ſchnell auf!«
»Hurtig, hurtig, Siebenſchläfer!« fügte der Kurze aufmunternd hinzu.
Herr Winkle, der noch halb im Schlaf war, genügte mechaniſch dem Begehr, öffnete die Thür ein wenig, und blickte hinaus. Das Erſte, was er ſah, war die rothe Gluth der Fackel. Er erſchrack, denn er glaubte, das Haus ſtände in Flammen, riß heftig die Thür weit auf, hielt das Licht über ſeinem Kopfe empor, und ſtarrte grade vor ſich hin, nicht ganz gewiß, ob das, was er erblickte, eine Sänfte oder eine Feuerſpritze ſei. In die⸗ ſem Augenblick blies ein heftiger Windſtoß das Licht aus, Herr Winkle fühlte ſich unwiderſtehlich auf die Tritte vor die Hausthür getrieben, und dieſe ſchlug mit lautem Krachen zu.
»Sehen Sie, junger Mann, das haben Sie nun davon,« ſagte der Kurze.—
Als Herr Winkle durch das Fenſter der Sänfte eine
Dame erblickte, wendete er ſich eiligſt nach der Thür


