Teil eines Werkes 
4. Th. (1839)
Entstehung
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202 Die Pickwicker.

donnerte mit aller Kraft an die Thür, während der Lange ſich mitten auf die Straße ſtellte, um zu ſehen, ob er nicht Licht an einem Fenſter entdecken könne.

Niemand kam. Alles war noch ſo ſtill und dunkel wie zuvor.

Miſtreß Dowler wurde ungeduldig, und ſagte:»Ihr müßt immerfort klopfen, dann wird man wohl endlich öffnen.«

»Iſt keine Klingel da, Madam?« fragte der Kurze.

»Ja wohl,« fiel der Fackeljunge ein,»ich habe ſchon

in einem fort geläutet.«

»Das kann nichts helfen,« ſagte Mifrreß Dowler, der Drath iſt zerriſſen. Ihr müßt ſtärker klopfen!«

Der Kurze klopfte wieder mehrere Male, aber ohne die geringſte Wirkung. Der Lange wurde jetzt unge⸗ duldig, löſte ihn ab und gab fortwährend mächtige Doppelſchläge wie ein wahnſinniger Briefträger.

Endlich begann Herr Winkle zu träumen, er ſei in einem Clubb, die Mitglieder geriethen in Streit, der Präſident ſei genöthigt, gewaltig auf den Tiſch zu häm⸗ mern, um die Ordnung wieder herzuſtellen; ſodann war es ihm, als wohne er einer Verſteigerung bei, und der Auctionator ſchlüge ſich Alles ſelber zu, weil es an Käufern fehle, und endlich kam es ihm vor, es könne in den Grenzen der Möglichkeit liegen, daß an der Hausthür geklopft werde. Um jedoch alle Zweifel zu beſeitigen, blieb er noch zehn Minuten im Bett liegen, und horchte, und als er zwei bis drei und dreißig Schläge gezählt hatte, hielt er ſich vollkommen über⸗ zeugt, und belobte ſich ſeiner Wachſamkeit wegen.

»Rap rap rap rap rap rap ra, ra, ra, ra, ra, rap« ging der Klopfer an der Hausthür.