200 Die Pickwicker.
»Ja wohl,« ſagte Herr Pickwick.—»Gute Nacht!«
»Gute Nacht.⸗
Herr Pickwick ging nach ſeinem Schlafzimmer, und Herr Dowler ſetzte ſich wieder vor das Kaminfeuer, und bereuete faſt ſein Verſprechen, aufbleiben zu wollen, bis ſeine Gattin kommen würde..
Nichts iſt ermüdender, als Nachts auf Jemanden zu warten, der in einer Geſellſchaft iſt. Man kann ſich des Gedankens nicht erwehren, wie ſchnell Jenen die Zeit vergeht, die für uns ſo langſam dahin ſchleicht, und je mehr man daran denkt, deſto mehr ſchwinden die Hoffnungen einer baldigen Ankunft. Die Hausuhren picken auch ſo laut, wenn man allein ſitzt, und einem ſolchen Wartenden kommt es faſt vor— wenigſtens iſt es bei uns immer der Fall— als habe er Unterkleider von Spinnwebe an. Erſt juckt es uns am rechten Knie; dann prickelt es am linken. Verändert man die Stellung, ſo fühlt man daſſelbe Jucken in den Armen, und endlich in der Naſe, die man ſich abreiben würde, wenn es möglich wäre. Dieſe und mehrere andere kleine Beſchwerlichkeiten machen das ſpäte Warten, wenn Alles zu Bett gegangen iſt, zu einer ſehr peinlichen Aufgabe.
Dieſe Gedanken erfüllten auch Dowler, als er vor dem Kamin ſaß, und er fühlte ſich entrüſtet gegen alle die gefühlloſen Leute in der Geſellſchaft— die ihn ſo lange warten ließen.— Seine Laune wurde nicht ver⸗ beſſert, als er daran dachte, daß er ſich's gegen Abend in den Kopf geſetzt hatte, Kopfſchmerzen zu haben, weß⸗ halb er zu Hauſe geblieben war. Endlich, nachdem er ſchon mehrere Male eingenickt, und gegen das Kamin zu gewankt, aber immer noch frühzeitig genug erwacht war,


