Teil eines Werkes 
4. Th. (1839)
Entstehung
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Die Pickwicker. 199

empor»möchten doch meine Wanderungen hier ihr Ziel finden, und meine bittern Zähren, ausgepreßt von vergeblichem Hoffen und verſchmähter Liebe, für immer in Frieden fließen.

»Sein Wunſch wurde erhört. Es war damals die Zeit der heidniſchen Gottheiten, welche die Leute oft zu ſchnell beim Wort zu nehmen pflegten. Der Boden öffnete ſich, unter den Füßen des Prinzen; er ſank hinab, und ſogleich ſchloß ſich wieder über ihm die Erde, außer wo ſeine heißen Thränen hervorquollen, die bis jetzt unausgeſetzt ſich als ein erprobtes Heilmittel be⸗ währt haben.

»Es iſt bemerkenswerth, daß bis auf die heutige Stunde zahlloſe alternde Damen und Herren, die in ihrer Hoffnung, ſich Lebeusgefährten zu gewinnen, ge⸗ täuſcht wurden, und faſt eben ſo viele nach ſolchen ſich ſehnende junge Damen und Herren Bath beſuchen, um den Brunnen zu trinken, woraus ſie viel Troſt und Staͤrkung ſchöpfen; was ein gewichtiger Beweis der belebenden Wirkungen der Thränen des Prinzen Bladud, ſo wie der Wahrhaftigkeit dieſer Geſchichte iſt.«

Herr Pickwick gähnte mehrere Mal, als er bis zum Ende des Manuſcripts gelangt war, faltete es ſorgfältig wieder zuſammen, legte es an dieſelbe Stelle, wo er es gefunden hatte, zündete ſein Nachtlicht an, und begab ſich auf den Weg nach ſeinem Schlafzimmer.

Er blieb ſeiner Gewohnheit gemäß vor Herrn Dowlers Thüre ſtehen, um ihm gute Nacht z zu wünſchen.

»Ah,« ſagte Dowler,»wollen Sie zu Bett?

Ich wünſchte, ich läge ſchon darin. Eine ſehr unange⸗

nehme Nacht. Sehr windig, nicht wahr?«