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Die Pickwicker. 197 Kopfe und nicht im Tower— ſtampfte mit den Füßen,
ſchlug ſich vor die Stirn, beklagte ſich, daß ſein eignes
Fleiſch und Blut ſich gegen ihn empöre, rief ſeine Leib⸗ wache, und ließ den Prinzen in einen hohen Thurm werfen— wie die Könige früher immer ihre Söhne zu behandeln pflegten, wenn deren beſondere Neigungen ihren Vermählungsabſichten nicht entſprachen.
»Als Prinz Bladud faſt ein Jahr in dem hohen Thurm eingeſperrt geweſen war, entwarf er einen Plan zur Flucht, den er auch nach langen Vorbereitungen glücklich ausführte. Mit großem Bedacht ließ er ſein Taſchenmeſſer im Herzen des Kerkermeiſters ſtecken, damit der arme Menſch, der Familie hatte, vor dem aufge⸗ brachten König nicht als Mitwiſſer ſeiner Flucht ange⸗ ſehen und demgemäß beſtraft werden möchte.
»Der König war außer ſich vor Wuth, als ihm der Vorfall berichtet wurde. Er wußte nicht, an wen er ſeinen Zorn auslaſſen ſollte, als er zum Glück an den Lord⸗Kammerherrn dachte, der den Prinzen von Athen zurückbegleitet hatte, und dem er ſomit das Jahrgeld und den Kopf gleichzeitig verkürzte.
»Der junge Prinz durchwanderte mittlerweile, gut verkleidet und entſtellt, zu Fuß das Reich ſeines Vaters, und ertrug mit Gleichmuth alle Mühſeligkeiten und Ge⸗ fahren bei dem entzückenden Gedanken an die ſchöne Athenienſerin, welche die unglückliche Urſache ſeiner ſchreck⸗ lichen Prüfungen war. Eines Tages wollte er in einem Dorfe raſten, und da er ſah, daß auf dem Raſenplatze munter getanzt wurde, ſo fragte er einen der Umher⸗
ſtehenden, welche Feſtlichkeit man hier begehe.
„»O, Fremdling,« war die Antwort,»haſt Du denn
nichts von der neueſten Proklamation unſers allergnädig⸗ ſten Königs gehört?«


