Teil eines Werkes 
4. Th. (1839)
Entstehung
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196 Die Pickwicker.

im verſammelten Rathe auf ſeinen Thron ſitzend, im Uebermaaß ſeiner Gefühle ſich erhob, und dem Lord⸗ Oberrichter befahl, die beſten Weine und die Minſtrels kommen zu laſſen.

»Doch mitten unter dieſen Feſten und Luſtbarkeiten war ein Unglücklicher, der den feurigen Wein nicht koſtete, und nach den Tönen der Muſik nicht tanzte. Dieſer war kein Anderer als Prinz Bladud ſelbſt, zu deſſen Ehren ein ganzes Volk die Kehlen eben ſo ſehr, als die Geldbeutel in Bewegung ſetzte. Der Prinz hatte ſich nämlich, das unbezweifelte Recht des Miniſters der auswärtigen Angelegenheiten, ſich für ihn zu verlieben, nicht berückſichtigend, allen politiſchen und diplomatiſchen Formen und Gebräuchen zuwider, bereits nach ſeiner eigenen Neigung verliebt, und insgeheim mit der ſchönen Tochter eines angeſehenen Athenienſers verlobt.

»Hier haben wir ein ſchlagendes Beiſpiel von einem der vielfachen Vortheile der Civiliſation und fortgeſchrit⸗ tenen Bildung. Hätte der Prinz in ſpätern Zeiten gelebt, ſo würde er ſich ſogleich mit dem Gegenſtande der Wahl ſeines Vaters vermählt haben, und dann ſofort darauf bedacht geweſen ſein, ſich von ſeiner ſchwer⸗ laſtenden Bürde zu befreien; ſei es, daß er ſich bemüht hätte, ſie ſyſtematiſch todt zu ärgern, oder, wenn weib⸗ liches Selbſtbewußtſein ſie aufrecht erhalten, ihrem Leben nachgeſtellt hätte. Prinz Bladud dachte jedoch an keines dieſer Mittel er bat vielmehr ſeinen Vater um eine geheime Unterredung, und offenbarte ihm Alles.

»Es iſt ein altes Vorrecht der Könige, Alles zu

regieren, außer ihre Leidenſchaften. König Lud gerieth daher in die ſchrecklichſte Wuth, warf ſeine Krone bis

unter die Decke empor, und fing ſie wieder auf denn

in jenen Tagen hatten die Könige ihre Kronen auf dem