Teil eines Werkes 
4. Th. (1839)
Entstehung
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Die Pickwicker. 195

Lord⸗Kammerherrn hinüberſchickte, um die Rechnungen zu bezahlen, und den Prinzen nach Hauſe zurück zu geleiten. Der Lord⸗Kammerherr that es, wurde mit Jubelgeſchrei empfangen, und durch ein reichliches Jahrgeld belohnt. Als der König Lud den Prinzen, ſeinen Sohn, erblickte, und ſah, daß er zu einem ſo ſchönen jungen Mann herangewachſen war, hielt er es gleich für angemeſſen, ihn ohne Aufſchub zu vermählen, um durch ſeine Nach⸗ kommen das glorreiche Geſchlecht der Luds bis auf die ſpäteſten Zeitalter fortzupflanzen. Zu dieſem Behuf ſchickte er eine aus vornehmen Hofleuten, die nichts be⸗ ſonderes zu thun hatten, und einträglicher Beſchäftigung bedurften, beſtehende Geſandtſchaft an einen benachbarten König ab, ließ um deſſen ſchöne Tochter für ſeinen Sohn werben, und ihm zugleich verkünden, es ſei ihm ſehr daran gelegen, mit ſeinem lieben Nachbar im beſten Vernehmen zu bleiben, würde ſich aber, falls die Ver⸗ mählung nicht ſollte zu Stande kommen können, in die

unangenehme Nothwendigkeit verſetzt ſehen, ſein König⸗

reich anzugreifen, und ihm die Augen auszuſtechen.

»Hierauf erwiederte der andere König(welcher der Schwächere von den beiden war), er ſei ſeinem Nachbar und Freunde für alle ſeine Güte und Großmuth ſehr verbunden, und ſeine Tochter ſei zur Vermählung bereit, ſobald es dem Prinzen Bladud gefällig ſein würde, zu kommen und ſie zu holen.

Dieſe Antwort erreichte kaum Britannien, als die ganze Nation vor Freude außer ſich war. Ueberall hörte man nur Töne des Jubels und Entzückens, mit Ausnahme derer des Geldklingels, wo gerade der könig⸗ liche Schatzmeiſter beim Einſammeln von Abgaben, um die Koſten des glücklichen Ereigniſſes zu beſtreiten, ſich befand. Es war bei dieſer Gelegenheit, daß König Lud

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