Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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Die Pickwicker. 193

wurde, noch eine Geſundheit zu trinken, und zwar dem unbekannten Punſchbereiter zu Ehren.

Auf Herrn Pickwick brachte dieſe unaufhörliche Glä⸗ ſerfolge eine ſo beträchtliche Wirkung hervor, daß ſein Antlitz vom ſonnigſten Lächeln ſtrahlte, Fröhlichkeit ſeine Lippen umſpielte, und heitere Laune aus ſeinen Augen ſprühte. Sich dem Einfluß des bei der Hitze noch ſtärker aufregenden Getränks allmählig immer mehr und mehr hingebend, wandelte ihn ein heftiges Verlangen an, ſich auf ein Lied zu beſin en, das er in ſeiner Jugend hatte ſingen hören; da aber der Verſuch mißlang, dachte er ſein Gedächtniß durch noch ein paar Gläſer Punſch an⸗ regen und ſtärken zu müſſen, was aber grade die entge⸗ gengeſetzte Wirkung hervorzubringen ſchien; denn hatte er vorhin die Worte des Liedes nicht ordnen können, ſo vermochte er jetzt überhaupt keine Worte mehr hervor⸗ zubringen; und als er zuletzt aufſtand, um an die Ge⸗ ſellſchaft eine feurige Anrede zu halten, fiel er in den Schubkauden zurück, und gleichzeitig in tiefen Schlaf.

Der Korb war wieder gepackt, allein man fand es rein unmöglich, Herrn Pickwick aufzuwecken. Was war jetzt am rathſamſten? daß Weller ſeinen Herrn nach dem Wagen zuruͤckſchob, oder daß man ihn ruhig in ſei⸗ nem Schubkarren liegen ließ, bis Alle wieder nach dem Hügel zurückkehren würden? Nach langem Hin⸗ und Widerreden entſchied man für das Letztere; und da in einigen Stunden die Jagd beendigt werden ſollte, und Weller ſehr angelegentlich bat, ihr beiwohnen zu dürfen, ſo kam man überein, Herrn Pickwick in dem Schubkarren ausſchlafen zu laſſen, und ihn bei ihrer Aller Rückkehr abzuholen. In Folge dieſes Beſchluſſes brach die Jagd⸗ geſellſchaft auf, während Herr Pickwick im Schatten der alten Eiche äußerſt komfortabel ſchnarchte.

Die Pickwicker. II. 13