Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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Die Pickwicker. 5

nicht unpaſſend geſagt haben:»als wenn ſie ſeine eigenen Töchter geweſen wären,« wenn er es nicht mit allzu viel Feuer gethan hätte umarmte die alte Dame mit der Herzlichkeit eines Sohnes, und klopfte die roſigen Wangen der Mägde äußerſt patriarchaliſch, indeß er ſub⸗ ſtantiellere Beweiſe ſeiner Huld in ihre Hände gleiten ließ. Noch herzlicher war, und noch länger währte der Abſchied von dem wackern Wirthe und Herrn Trundle; und nachdem Herr Snodgraß mehrere Mal gerufen war, und endlich aus dem dunklen Gange, von Emilien ge⸗ folgt(deren glänzende Augen ungewöhnlich verdüſtert ſchienen), zum Vorſchein kam, vermochten die Freunde ſich erſt loszureißen. Während ſie langſam fortgingen, ſendeten ſie noch manchen Blick nach Manor⸗Farm, und manche Kußhand warf Herr Snodgraß, das Wehen eines Damentuchs aus einem Fenſter im zweiten Stock dank⸗ bar erwiedernd zurück, bis eine Wendung des Weges das

alte gaſtliche Haus ihren Blicken entzog.

In Muggleton nahmen ſie einen Wagen nach Ro⸗

cheſter. Als ſie daſelbſt angekommen waren, hatte die

Zeit die Heftigkeit ihres Schmerzes inſofern gemildert, daß ſie ein frühzeitiges, vortreffliches Mittagsmahl zu ſich zu nehmen im Stande waren; und nachdem ſie Er⸗ kundigungen in Betreff des Wegs eingezogen hatten, brachen ſie abermals auf, um nach Cobham zu gehen. Es war ein äußerſt angenehmer Spaziergang an einem ſchönen Nachmittage im Monat Juni. Ihr Weg führte durch ein ſchattiges Gehölz, ein kühler Zephyr wehete in dem dichten Laub, die Sänger des Waldes ſangen auf den Zweigen und der grüne Raſen breitete ſich wie eine ſeidene Matte aus. Die Wanderer traten in einen offenen Park ein, und ein ſehr romantiſch gele⸗ genes Landhaus von alterthümlicher Bauart, aus der