Teil eines Werkes 
2. Th. (1839)
Entstehung
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Die Pickwicker. 3 und gegen Abend brachte der Hausknecht aus der Krone in Muggleton dieſen Brief, den er ihm mit dem aus⸗ drücklichen Befehl übergeben hatte, ihn nicht vor Abend hierher zu bringen.«

Herr Pickwick erbrach den Brief, er hatte ſogleich ſeines Freundes Handſchrift erkannt; und las, wie folgt:

»Mein theurer Pickwick!

»Sie, mein theurer Gönner und Freund, ſind weit über viele menſchliche Schwächen erhaben, die von Men⸗ ſchen gewöhnlicher Art nicht zu beſiegen ſind. Sie wiſſen nicht, was es heißt, in demſelben Augenblick von einem liebenswürdigen bezaubernden Weſen verlaſſen, und ein Opfer der böſen Kunſtgriffe eines Schurken zu werden, der unter der Maske der Freundſchaft das Grinzen teuf⸗ liſcher Liſt verbirggt. Ich wünſche und hoſſe, daß Sie es nie erfahren mögen!

»Ihre Briefe werden mir zukommen, wenn Sie ſie nach der Ledernen Flaſche zu Cobham in Kent addreſſiren vorausgeſetzt, daß ich noch am Leben bin. Ich fliehe den Anblick der Welt ſie iſt mir verhaßt geworden. Sollte ich ſie ganz verlaſſen, ſo weihen Sie mir eine Zähre des Mitleids und verzeihen Sie mir. Das Leben, theurer Pickwick, iſt mir zu einer unerträglichen Laſt geworden. Der Lebensmuth, der in uns glüht, iſt des Laſtträgers Tragkiſſen, um das ſchwere Gewicht der irdiſchen Sorgen und Leiden darauf zu ſtützen, und weicht er von uns, ſo wird die Bürde zu ſchwer zu tragen. Wir unterliegen ihr. Sagen Sie Rachel Ah, der Name! . Tracy Tupman.«

»Auf der Stelle müſſen wir von Dingley⸗Dell ab⸗ reiſen,« ſagte Pickwick, den Brief zuſammenfaltend.»Wir würden, nach dem, was hier vorgefallen iſt, auf keine

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