Teil eines Werkes 
1. Th. (1839)
Entstehung
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Die Pickwicker. 169

knechte lagen in einem ſo tiefen, feſten Schlaf, daß man zum Aufwecken bei Jedem fünf Minuten Zeit nöthig hatte. Der Stallknecht hatte den Schlüſſel zum Stall verlegt, und als er ihn endlich fand, wurde durch zwei ſchlaftrunkene Gehülfen das falſche Geſchirr auf die un⸗ rechten Pferde gelegt, dann das unrechte auf die rechten und endlich erſt das rechte Geſchirr auf die rechten Pferde, wodurch wiederum Zeit verloren ging. Wäre Herr Pick⸗ wick allein geweſen, ſo würden dieſe ſich häufenden Hin⸗ derniſſe der Verfolgung ein für alle Mal ein Ende gemacht haben; aber der alte Wardle war nicht ſo leicht zu ermü⸗

den. Er ſpornte die trägen Poſtknechte an, und half überall ſelber mit, ſo daß Alles weit eher in Ordnung

gebracht war, als man bei ſo vielen Schwierigkeiten hätte erwarten können.

Die Reiſe wurde demnach fortgeſetzt, jedoch unter keineswegs ermuthigenden Umſtänden. Die Station be⸗ trug funfzehn Meilen, die Nacht war finſter, der Wind ſtürmiſch und dabei goß der Regen in Strömen herab. Es war daher unmöglich, ſehr ſchnell zu fahren, und auf der Funfzehnmeilen⸗Station kamen ſie erſt vor ein Uhr an. Sie gewahrten jedoch dafür einen Gegenſtand, deſſen Anblick ihre Hoffnungen und ihren Muth neu belebte.

»Wann kam dieſe Chaiſe hier an?« rief der alte Wardle, der herausgeſprungen war, und auf ein ſehr be⸗ ſchmutztes Fahrzeug hindeutete, das im Hofe ſtand.

»Vor'nem Viertelſtündchen, Sir!« war die Ant⸗ wort des Hausknechts.

»Mit einer Dame und einem Herrn?« fragte Herr Wardle, faſt athemlos vor Ungeduld.

»Ja, Sir le

»Der Herr groß ſchlank lange Beine und einem Leibrock?«